Die Bremsleitung verbindet Bremshebel und Bremseinheit und überträgt die Betätigungskraft vom Lenker ans Rad. Je nach Bremssystem ist das entweder eine Hülle mit Innenzug bei mechanischen Bremsen oder ein druckfester Schlauch mit Mineralöl oder DOT-Flüssigkeit bei hydraulischen Bremsen. Der Unterschied ist nicht nur technischer Natur: Er entscheidet über Druckpunkt, Dosierbarkeit und Wartungsaufwand.
| Typ | Aufbau | Eigenschaften |
|---|---|---|
| Mechanisch | Außenhülle mit Stahlinnnenzug | Einfach zu wechseln, preisgünstig, anfällig für Verschmutzung in der Hülle |
| Hydraulisch (Mineralöl) | Geschlossener Schlauch mit Shimano- oder SRAM-Mineralöl | Druckstabil, wartungsarm, nicht mit DOT mischbar |
| Hydraulisch (DOT) | Geschlossener Schlauch mit DOT 4 oder DOT 5.1 | Hoher Siedepunkt, hygroskopisch, regelmäßiger Flüssigkeitswechsel nötig |
Ein wichtiger Punkt, der in vielen Texten fehlt: Mineralöl und DOT-Flüssigkeit sind inkompatibel und können Dichtungen zerstören. Wer eine hydraulische Bremsleitung befüllt oder nachfüllt, muss die Herstellervorgabe beachten. Shimano und Magura verwenden Mineralöl; SRAM, Tektro und Hayes setzen auf DOT.
Bei mechanischen Systemen sitzt die häufigste Fehlerquelle nicht im Zug selbst, sondern in der Hülle: Eingedrungenes Wasser oder Schmutz erhöht die Reibung und macht den Druckpunkt schwammig, ohne dass der Zug sichtbar beschädigt ist.
Beim Neuaufbau oder Lenkerumbau muss die Bremsleitung oft gekürzt werden. Bei mechanischen Bremsen reicht ein sauberer Schnitt mit dem Kabelschneider. Danach sollte die Hüllenöffnung mit einer Ahle oder Dornen aufgeweitet werden, damit der Innenzug nicht scheuert.
Bei hydraulischen Leitungen ist der Ablauf aufwendiger:
Ohne Entlüftung nach dem Kürzen ist der Druckpunkt undefiniiert und die Bremskraft nicht reproduzierbar. Das Entlüftungsverfahren unterscheidet sich je nach Hersteller; Shimano und SRAM nutzen unterschiedliche Kits und Vorgehensweisen.
Bei mechanischen Systemen: Hülle und Zug alle zwei Jahre oder bei sichtbaren Rissen, Knickstellen oder spürbar erhöhter Handkraft am Bremshebel wechseln.
Bei hydraulischen Systemen: Die Leitung selbst ist langlebig, sofern sie nicht mechanisch beschädigt wird. Ölaustritt, ein weicher oder sich verändernder Druckpunkt oder Luftblasen beim Betätigen sind klare Wechsel- und Entlüftungssignale. DOT-Flüssigkeit zieht Feuchtigkeit an und sollte alle ein bis zwei Jahre gewechselt werden, auch wenn keine sichtbaren Schäden vorliegen. Mineralöl ist stabiler, aber nicht ewig haltbar.
Für Mountainbikes im regelmäßigen Geländeeinsatz gilt: Sichtprüfung der Leitungen vor jeder Saison, Druckpunktkontrolle nach längeren Abstellphasen.