Ein Double Butted Rahmenrohr (auch “doppelt konifiziert” genannt) ist an beiden Enden verstärkt, während der Mittelteil dünner gehalten ist. Das Verfahren, auch als Konifizierung bezeichnet, sorgt dafür, dass Bereiche des Rohrs, die höheren Belastungen ausgesetzt sind (zum Beispiel an den Verbindungsstellen von Rahmen und Gabel), stärker und stabiler sind. Der dünnere Mittelteil spart Gewicht ein, ohne die Stabilität und Steifigkeit des gesamten Rohrs zu beeinträchtigen.
Diese Technik wird bevorzugt bei Rahmen aus Materialien wie Stahl, Aluminium oder Titan eingesetzt und ist vor allem bei hochwertigen Fahrrädern zu finden, da sie eine optimale Balance zwischen Robustheit und Leichtigkeit bietet.
Typische Wandstärken:
Belastungszonen: An den Verbindungsstellen (Steuersatz, Tretlager, Ausfallenden) wirken die höchsten Kräfte durch Schweiß- oder Lötnähte. Hier braucht das Rohr mehr Material (1,0-1,2 mm Wandstärke).
Mittelteil: Der mittlere Bereich des Rohrs erfährt hauptsächlich Biegebelastung, keine punktuelle Krafteinleitung. Hier reicht dünneres Material (0,7-0,9 mm), was 200-400 g Gewicht spart.
Übergangszone: Der Übergang von dick zu dünn erfolgt graduell (nicht abrupt), um Spannungsspitzen zu vermeiden. Länge der Übergänge: typisch 50-100 mm.
| Eigenschaft | Plain Gauge | Single Butted | Double Butted |
|---|---|---|---|
| Wandstärke | Konstant (1,0 mm durchgehend) | 1 Ende verstärkt, 1 Ende dünn | Beide Enden verstärkt, Mitte dünn |
| Gewicht Rahmen | Schwer (2.200-2.600 g) | Mittel (2.000-2.400 g) | Leicht (1.800-2.200 g) |
| Ersparnis | - | 200-300 g | 200-400 g |
| Steifigkeit | Hoch (durchgehend dick) | Gut | Sehr gut (optimiert) |
| Komfort | Gering (steif) | Besser | Am besten (dünne Mitte dämpft) |
| Preis | Günstig (100-300 €) | Mittel (200-500 €) | Teurer (300-800 €) |
| Einsatz | Einstiegsräder, City | Mittelklasse | Hochwertig, Performance |
Fazit: Double Butted ist der optimale Kompromiss aus Gewicht, Steifigkeit und Komfort. Single Butted nur bei asymmetrischer Belastung (selten). Plain Gauge nur bei Budget-Rädern.
Triple Butted Rohre haben drei verschiedene Wandstärken:
Vorteil: Noch präzisere Anpassung an unterschiedliche Belastungszonen. Beispiel: Oberrohr hat vorne (Steuersatz) mehr Belastung als hinten (Sattelrohr).
Gewichtsersparnis: Weitere 50-100 g gegenüber Double Butted
Preis: +30-50% gegenüber Double Butted
Einsatz: High-End Rennräder, Custom-Rahmen
Beispiel: Columbus Spirit HSS, Reynolds 953
Die Fahrraddesigns von heute setzen auf Effizienz und Leistung. Rahmenrohre, die trotz geringem Gewicht stabil bleiben, sind dafür essenziell. Durch das Double Butted Verfahren wird Material nur dort eingesetzt, wo es wirklich benötigt wird. Der Mittelteil des Rohrs wird abgeschwächt (0,7-0,9 mm), um Gewicht zu reduzieren, während die stark belasteten Bereiche (1,0-1,2 mm an den Verbindungsstellen) zusätzlich verstärkt sind.
Dadurch erhältst du einen Rahmen, der sowohl leicht als auch langlebig ist, ohne Kompromisse bei der Sicherheit oder Leistung einzugehen. Die Gewichtsersparnis von 200-400 g spürst du besonders bergauf oder bei längeren Touren.
Reduziertes Gewicht: Durch die Verjüngung im Mittelteil des Rahmens sparst du 200-400 g Gewicht (bei kompletten Rahmen), was vor allem bergauf oder bei längeren Strecken von Vorteil ist. Ein leichteres Fahrrad bedeutet weniger Kraftaufwand und mehr Effizienz bei der Fahrt. Bei 1.000 Höhenmetern: Ersparnis ca. 3-5% Energie.
Optimale Steifigkeit: Trotz des geringeren Gewichts bleibt der Rahmen stabil und verwindungssteif. Das sorgt für ein sicheres Fahrverhalten, selbst unter Belastung, wie es bei anspruchsvollen Trails oder schnellen Abfahrten der Fall ist. Die verstärkten Enden (1,0-1,2 mm) bieten maximale Steifigkeit dort, wo es nötig ist.
Komfort beim Fahren: Der dünnere Mittelteil (0,7-0,9 mm) kann leichte Vibrationen und Stöße beim Fahren besser absorbieren, was den Komfort auf unebenen Straßen oder im Gelände erhöht. Deine Muskeln und Gelenke werden weniger beansprucht, was ein angenehmeres Fahrgefühl schafft. Besonders bei Stahl-Rahmen ausgeprägt.
Langlebigkeit: Die verstärkten Enden der Rahmenrohre sorgen dafür, dass dein Fahrrad auch bei regelmäßiger intensiver Nutzung robust bleibt. Besonders an belasteten Stellen (Schweißnähte, Lötstellen) schützt die Verstärkung vor Materialermüdung oder Brüchen. Lebensdauer: 20+ Jahre bei guter Pflege.
Columbus (Italien):
Reynolds (UK):
Dedacciai (Italien):
Tange (Japan):
Wichtig: Rahmenbauer wählen Rohrsätze nach Einsatzzweck, Fahrergewicht und gewünschter Charakteristik.
Stahl (Chromoly, Reynolds 853):
Aluminium (6061-T6, 7005):
Titan (3Al/2,5V):
Materialwahl: Double Butted Rohre sind in verschiedenen Materialien erhältlich. Während Stahl für seine Langlebigkeit und Dämpfungseigenschaften bekannt ist (Komfort!), bieten Aluminium und Titan eine noch leichtere Konstruktion bei guter Steifigkeit. Titan kombiniert beide Vorteile, ist aber teuer.
Einsatzzweck: Für Rennräder und Gravelbikes, bei denen Gewicht eine wichtige Rolle spielt, sind Double Butted Rahmen eine ideale Wahl. Aber auch bei Mountainbikes (XC, Trail) oder Reiserädern, wo Stabilität und Belastbarkeit gefragt sind, bewähren sie sich durch ihre durchdachte Konstruktion.
Preis-Leistungs-Verhältnis: Bikes mit Double Butted Rahmenrohren befinden sich oft im mittleren bis oberen Preissegment (1.000-3.000 Euro komplett). Wenn dir jedoch ein leichter, zuverlässiger und langlebiger Rahmen wichtig ist, lohnt sich die Investition. Ersparnis: 200-400 g für 20-30% Mehrpreis.
Fahrergewicht: Schwere Fahrer (90+ kg) profitieren von dickeren Double Butted Rohren (1,0-1,2 mm Mitte statt 0,7-0,9 mm). Leichte Fahrer (<70 kg) können dünnwandigere Rohre nutzen (0,6-0,8 mm Mitte).
Custom vs. Serie: Custom-Rahmen (2.000-5.000 Euro) nutzen oft hochwertigere Rohrsätze (Columbus, Reynolds) mit präzise auf Fahrer abgestimmten Wandstärken. Serien-Rahmen (500-2.000 Euro) nutzen Standard-Rohre mit Kompromiss-Wandstärken.
Was bedeutet Double Butted beim Fahrrad? Double Butted bedeutet “doppelt konifiziert” - die Rohre sind an beiden Enden verstärkt (1,0-1,2 mm Wandstärke), während der Mittelteil dünner ist (0,7-0,9 mm). Das spart 200-400 g Gewicht gegenüber Plain Gauge (konstante Wandstärke), ohne Steifigkeit zu verlieren. Material wird nur dort eingesetzt, wo es wirklich benötigt wird (an belasteten Verbindungsstellen).
Ist Double Butted besser als Plain Gauge? Ja, eindeutig. Double Butted ist leichter (200-400 g), komfortabler (dünnere Mitte dämpft Vibrationen) und genauso stabil. Einziger Nachteil: 20-30% teurer. Für Performance-orientierte Fahrer ist Double Butted die bessere Wahl. Plain Gauge nur bei Budget-Rädern (unter 500 Euro) sinnvoll.
Wie viel Gewicht spart Double Butted? 200-400 g bei einem kompletten Rahmen (je nach Größe und Material). Bei Rennrad: typisch 250-350 g. Bei MTB: typisch 200-300 g. Klingt wenig, aber an rotierenden Teilen spürbar. Bergauf: 3-5% Energie-Ersparnis bei 1.000 Höhenmetern. Für Wettkampf und lange Touren relevant.
Was ist der Unterschied zwischen Double und Triple Butted? Double Butted: 2 Wandstärken (dicke Enden, dünne Mitte). Triple Butted: 3 Wandstärken (unterschiedlich dicke Enden + dünne Mitte). Triple Butted spart weitere 50-100 g, ist aber 30-50% teurer. Nur bei High-End Custom-Rahmen (3.000+ Euro) sinnvoll. Für die meisten Fahrer reicht Double Butted.
Welche Materialien gibt es mit Double Butted? Stahl (Chromoly, Reynolds 853): Komfort, Langlebigkeit, 1.800-2.200 g. Aluminium (6061, 7005): Leicht, günstig, 1.400-1.800 g, Materialermüdung. Titan (3Al/2,5V): Komfort + Leicht, rostfrei, teuer (2.000-5.000 € Rahmen), 1.600-2.000 g. Carbon verwendet keine Butted-Technik (Laminat-Aufbau statt Rohre).
Sind Double Butted Rahmen haltbarer? Ja! Die verstärkten Enden (1,0-1,2 mm) schützen kritische Bereiche (Schweißnähte, Lötstellen) vor Materialermüdung. Besonders bei Stahl: 20+ Jahre Lebensdauer. Bei Aluminium: 5-10 Jahre (Materialermüdung, aber Double Butted verzögert das). Die dünnere Mitte ist unkritisch, da dort keine punktuellen Kräfte wirken.
Lohnt sich der Aufpreis für Double Butted? Für Performance-orientierte Fahrer: Ja! 200-400 g Ersparnis + besserer Komfort für 20-30% Aufpreis. Bei Rennrad (1.500-3.000 €), Gravel (1.200-2.500 €), XC-MTB (1.500-3.000 €) Standard. Bei City-/Trekking-Rädern (unter 1.000 €): Optional, Plain Gauge reicht oft. Bei Wettkampf oder langen Touren (100+ km): Definitiv lohnenswert.