Was ist die Druckstufe?
Druckstufe (auch Compression oder Kompressionsdämpfung) bezeichnet bei Federgabeln und Dämpfern die Einstellung, die das Einfederungsverhalten beeinflusst. Die Druckstufe bestimmt, wie schnell oder langsam die Federung beim Einfedern komprimiert wird und ist neben der Zugstufe eine der beiden wichtigsten Dämpfungseinstellungen.
Wie funktioniert die Druckstufe?
Die Druckstufe regelt den Ölfluss innerhalb der Federung während des Einfederns. Bei der Kompression wird Öl durch kleine Ventile gepresst, deren Durchflussrate die Einfedergeschwindigkeit bestimmt. Eine härtere Druckstufe bedeutet engere Ventile und damit langsameres Einfedern, während eine weichere Druckstufe schnelleres Einfedern erlaubt. Die Druckstufe wirkt unabhängig von der Zugstufe, die das Ausfederverhalten kontrolliert.
Welche Arten der Druckstufe gibt es?
Bei der Druckstufe unterscheidet man verschiedene Einstellmöglichkeiten:
- Low-Speed-Druckstufe: Steuert langsame Einfederbewegungen wie Gewichtsverlagerungen, Bremsen oder Kurvenfahrten
- High-Speed-Druckstufe: Regelt schnelle Schläge durch Wurzeln, Steine oder Sprünge
- Kombinierte Druckstufe: Einfacher Regler, der beide Bereiche gemeinsam einstellt
- Lockout: Extreme Form der Druckstufe, die die Federung nahezu vollständig blockiert
Hochwertige Gabeln und Dämpfer bieten separate Einstellung von Low-Speed- und High-Speed-Druckstufe.
Wofür ist die Druckstufe wichtig?
Die Druckstufe erfüllt wichtige Funktionen:
- Wippunterdrückung: Verhindert übermäßiges Wippen beim Pedalieren durch angepasste Low-Speed-Druckstufe
- Bodenkontrolle: Richtig eingestellte Druckstufe hält das Rad am Boden bei rauem Untergrund
- Durchschlagschutz: Härtere Druckstufe verhindert hartes Durchschlagen bei großen Schlägen
- Fahrgefühl: Die Druckstufe beeinflusst maßgeblich das Ansprechverhalten der Federung
- Effizienz: Optimal abgestimmte Druckstufe verbessert Traktion und Kraftübertragung
Wie stellt man die Druckstufe richtig ein?
Die Einstellung der Druckstufe erfolgt in mehreren Schritten:
- Ausgangspunkt: Bei geschlossenem Regler (Uhrzeigersinn) mehrere Klicks öffnen
- Low-Speed-Druckstufe testen: Auf glattem Untergrund pedalieren und Wippen beobachten
- High-Speed-Druckstufe prüfen: Über rauen Untergrund oder Kanten fahren
- Feintuning: Druckstufe härter bei zu viel Wippen, weicher bei schlechtem Ansprechen
- Gesamtabstimmung: Druckstufe in Kombination mit Luftdruck und Zugstufe optimieren
Als Faustregel gilt: Die Druckstufe sollte so weich wie möglich, aber so hart wie nötig eingestellt sein.
Was passiert bei falscher Druckstufe?
Eine falsch eingestellte Druckstufe führt zu Problemen:
- Zu harte Druckstufe: Schlechtes Ansprechen, raues Fahrgefühl, weniger Traktion, verhärtete Federung
- Zu weiche Druckstufe: Übermäßiges Wippen, Durchschlagen bei großen Schlägen, instabiles Fahrverhalten
- Unbalancierte Druckstufe: Gabel und Dämpfer arbeiten nicht harmonisch zusammen
Die richtige Druckstufe ist entscheidend für optimale Performance und Komfort.
Wie erkennt man die Druckstufen-Einstellung?
Die Druckstufe wird meist über Drehregler eingestellt:
- Blaue Regler: Typisch für Druckstufen-Einstellung (rot steht für Zugstufe)
- Position an der Gabel: Low-Speed-Druckstufe oft oben am rechten Gabelholm
- High-Speed-Druckstufe: Meist am Gabelholm-Fuß mit Inbusschlüssel verstellbar
- Dämpfer: Druckstufe am Dämpferkörper, oft mit “Compression” oder “Comp” beschriftet
- Lockout-Hebel: Separate Druckstufen-Funktion am Lenker für schnelles Blockiere