Ein Spacer ist eine Distanzhülse, die auf den Gabelschaft zwischen Steuersatz und Vorbau gesteckt wird. Durch das Hinzufügen oder Entfernen von Spacern lässt sich die Lenkerhöhe verändern, ohne den Gabelschaft zu kürzen oder einen neuen Vorbau zu kaufen. Spacer gibt es in Höhen von typischerweise 5 und 10 Millimetern, aus Aluminium, Stahl oder Carbon, mit einem Innendurchmesser passend zum Gabelschaft (meist 1 1/8 Zoll oder 1,5 Zoll).
Spacer funktionieren nur bei Rädern mit Aheadset-Steuersatz, also nahezu allen modernen Fahrrädern. Bei älteren Rädern mit Gewindesteuersatz wird die Lenkerhöhe durch Heraus- oder Hineinschrauben des Vorbaus im Gabelschaft geregelt; Spacer kommen dort nicht zum Einsatz.
Spacer können sowohl unter als auch über dem Vorbau platziert werden:
Spacer unterhalb des Vorbaus erhöhen den Lenker. Das ist die gängige Anwendung, wenn die Sitzposition aufrechter werden soll.
Spacer oberhalb des Vorbaus haben keine Auswirkung auf die Lenkerhöhe, sind aber aus technischen Gründen sinnvoll: Der Gabelschaft sollte 2 bis 3 Millimeter tiefer liegen als die Oberkante des obersten Spacers oder Vorbaus, damit die Topcap-Schraube ausreichend Druck aufbauen kann. Ein einzelner dünner Spacer über dem Vorbau erfüllt diese Funktion und ermöglicht spätere Höhenanpassungen ohne Nachkürzen des Schafts.
Die maximale Spacerhöhe wird durch die verfügbare Gabelschaftlänge begrenzt. Wer den Gabelschaft bereits auf eine bestimmte Länge gekürzt hat, kann nur so viele Spacer stapeln, wie der Schaft über dem Steuersatz herausragt. Als Richtwert gilt: Die Summe aus Spacerhöhe und Vorbaulänge darf die Gabelschaftlänge nicht überschreiten.
Viele Hersteller empfehlen maximal 30 bis 40 Millimeter Spacer unterhalb des Vorbaus. Weiterhin wirkt die Hebelkraft auf den Gabelschaft zu groß und kann bei Carbon-Gabeln zu Materialermüdung führen.
Wichtig: Die Klemmschrauben des Vorbaus erst nach der Topcap anziehen, weil sonst die Lagervorspannung nicht mehr korrekt einstellbar ist.
Wer dauerhaft eine niedrigere Lenkerposition möchte und alle Spacer bereits entfernt hat, kann den Gabelschaft kürzen. Das ist irreversibel: Ein zu kurz gesägter Schaft kann nicht verlängert werden. Deshalb vor dem Kürzen die gewünschte Position einige Wochen fahren und sicherstellen, dass keine höhere Position mehr gewünscht wird.
Das Kürzen selbst erfordert eine Metallsäge und eine Führungsvorrichtung für einen geraden Schnitt. Bei Carbon-Gabeln ist ein feines Sägeblatt für Carbon nötig, weil normale Metallsägen das Gewebe ausfransen. Nach dem Sägen die Schnittkante entgraten und vor dem Einbau prüfen, ob der Expander oder die Sternmutter noch greift.
Neue Fahrräder werden oft mit einem langen Gabelschaft und mehreren Spacern ausgeliefert, damit der Lenker nachträglich auf die individuelle Körpergröße eingestellt werden kann. Wer das Fahrrad von Anfang an in der richtigen Position fährt, kann den Gabelschaft später auf Maß kürzen lassen. Ein Fachhändler führt diesen Schritt in der Regel beim Neukauf durch.