Eine Spiralfeder (auch Stahlfeder oder Coil-Feder genannt) ist ein elastisches Bauteil, das aus einem spiralförmig gewundenen Stahldraht besteht. Sie gehört zur Gruppe der Zug- und Druckfedern, was bedeutet, dass sie komprimiert oder gedehnt werden kann, um Energie zu absorbieren oder freizusetzen. Diese Bewegung macht sie ideal für Anwendungen, bei denen Stöße abgedämpft oder Bewegungen kontrolliert werden müssen.
Im Falle von Fahrrädern wird die Spiralfeder vor allem in der Federung verwendet, wie zum Beispiel in Federgabeln oder Stoßdämpfern (Dämpfer). Sie hilft dabei, Erschütterungen beim Fahren auf unebenen oder herausfordernden Oberflächen auszugleichen.
Material: Hochfester Federstahl, oft beschichtet gegen Korrosion Gewicht: 400-800 g (Dämpfer komplett), Feder selbst 200-400 g Lebensdauer: Sehr lange, oft über 10 Jahre ohne Verschleiß
Bei Fahrrädern unterscheidet man zwischen zwei Haupttypen:
| Federtyp | Eigenschaften | Kennlinie | Einsatz |
|---|---|---|---|
| Lineare Federn | Konstante Federrate über den gesamten Federweg | Gleichmäßiger Widerstand | Downhill, Park, schwere Fahrer |
| Progressive Federn | Zunehmende Härte bei stärkerer Kompression | Weich anfangs, härter am Ende | Trail, Enduro, vielseitig |
Progressive Federn bieten den Vorteil, dass sie anfangs weich ansprechen (Sensibilität für kleine Schläge) und bei stärkerer Belastung härter werden (Durchschlagschutz). Dies ermöglicht sowohl komfortables Fahren als auch guten Durchschlagschutz bei großen Sprüngen.
Die Federhärte wird in Pound per Inch (lbs/in) oder Newton per Millimeter (N/mm) angegeben:
Typische Federhärten:
Wichtig: Die Federhärte hängt auch vom Federweg ab. Bei 200 mm Federweg braucht man eine härtere Feder als bei 150 mm.
Faustregel: Verwende 25-30% des Federwegs als Sag (Einfederung unter eigenem Gewicht). Beispiel: Bei 200 mm Federweg sollten im Sitzen 50-60 mm eingefedert sein.
| Eigenschaft | Spiralfeder (Coil) | Luftfeder (Air) |
|---|---|---|
| Ansprechverhalten | Sehr sensibel, kein Sticktion | Etwas träger, mehr Sticktion |
| Progression | Linear oder progressiv (Feder-Design) | Progressiv (Luft komprimiert) |
| Gewicht | Schwer (400-800 g) | Leicht (200-400 g) |
| Einstellbarkeit | Feder tauschen nötig | Luftdruck anpassen (einfach) |
| Wartung | Minimal (nur Dichtungen) | Regelmäßig (Luft nachfüllen) |
| Haltbarkeit | Sehr lange (10+ Jahre) | Dichtungen verschleißen (2-5 Jahre) |
| Durchschlagschutz | Sehr gut (mit Spacern) | Natürlich progressiv |
| Preis | 150-400 Euro | 200-600 Euro |
| Einsatz | Downhill, Park, Enduro | Cross-Country, Trail, Marathon |
Moderne Entwicklung: Luftfedern sind heute häufiger, da sie leichter und einfach einstellbar sind. Spiralfedern bleiben bei Downhill und Park beliebt wegen des überlegenen Ansprechverhaltens.
Die Hauptfunktion einer Spiralfeder besteht darin, mechanische Energie aufzunehmen und sie entweder zu speichern oder kontrolliert wieder freizusetzen.
1. Stoßdämpfung: Wenn du zum Beispiel ein Mountainbike auf einem steinigen Weg benutzt, absorbiert die Spiralfeder den Aufprall jedes einzelnen Steins. Dadurch wird weniger Erschütterung auf deinen Körper übertragen, was ein komfortableres Fahrerlebnis gewährleistet.
2. Federung: Die Spiralfeder hilft, das Fahrrad stabil zu halten, indem sie Unebenheiten auf der Straße oder dem Gelände ausgleicht. Dies sorgt nicht nur für mehr Komfort, sondern auch für Sicherheit, da das Rad ständig Bodenkontakt behält (Traktion).
3. Unterstützung der Kontrolle: Durch die Fähigkeit, Energie gleichmäßig aufzunehmen und freizusetzen, bietet die Spiralfeder bessere Kontrolle über das Fahrrad. Die Feder allein dämpft nicht, dafür ist die Ölkammer im Dämpfer zuständig. Die Feder gibt nur die Gegenkraft.
Spiralfedern kommen besonders bei folgenden Fahrrädern zum Einsatz:
Downhill-Mountainbikes: Hier spielen Spiralfedern eine zentrale Rolle. 200 mm Federweg vorne und hinten, Federhärten 500-700 lbs/in. Das überlegene Ansprechverhalten ist bei hohen Geschwindigkeiten und groben Schlägen entscheidend.
Enduro-Mountainbikes: Viele Enduro-Fahrer wählen Coil-Dämpfer für bessere Performance bergab. Typisch 160-180 mm Federweg, Federhärten 400-600 lbs/in.
Freeride-Bikes: Für Sprünge und Drops sind Spiralfedern ideal wegen der Zuverlässigkeit und dem Durchschlagschutz.
Dirt Jump Bikes: Oft mit Stahlfeder-Federgabeln ausgestattet für robuste, wartungsarme Performance.
Weniger verbreitet bei:
Wichtig: Die Spiralfeder selbst benötigt KEINE Schmierung und KEINE Wartung. Nur die Dämpfereinheit (Dichtungen, Gleitbuchsen) braucht Service.
Reinigung:
Dämpfer-Service (nicht die Feder!):
Überprüfung:
Federwechsel:
Komfort auf langen Strecken: Längere Radtouren können anstrengend werden, besonders wenn die Straße nicht perfekt ist. Spiralfedern reduzieren die Belastung auf Körper, Rücken und Gelenke.
Leistungsfähigkeit bei hoher Belastung: Beim Bergabfahren oder auf holperigen Wegen sorgt die Spiralfeder dafür, dass das Fahrrad die Belastung besser trägt. Weniger Geschwindigkeitseinbußen, mehr Traktion.
Sicherheit auf unebenem Gelände: Auf unvorhersehbarem Gelände wie Waldwegen oder Bikeparks können plötzliche Erschütterungen passieren. Eine gute Spiralfeder sorgt dafür, dass das Rad Bodenkontakt behält.
Zuverlässigkeit: Spiralfedern funktionieren immer, bei allen Temperaturen, ohne Luft nachfüllen. Ideal für mehrtägige Bikepark-Trips oder Bike-Urlaube.
Was ist der Unterschied zwischen Spiralfeder und Luftfeder? Spiralfeder (Coil) ist aus Stahl, schwerer (400-800 g), sehr sensibel, wartungsarm. Luftfeder (Air) ist leichter (200-400 g), einfach einstellbar (Luftdruck), aber braucht regelmäßige Wartung. Spiralfeder spricht besser an, Luftfeder ist vielseitiger. Downhill-Fahrer bevorzugen Coil, Trail-Fahrer meist Air.
Welche Federhärte brauche ich? Das hängt von deinem Gewicht ab. Leichte Fahrer (50-65 kg): 300-400 lbs/in, mittlere (65-80 kg): 400-500 lbs/in, schwere (80-95 kg): 500-600 lbs/in. Ziel: 25-30% Sag (Einfederung unter Eigengewicht). Bei 200 mm Federweg sollten im Sitzen 50-60 mm eingefedert sein.
Muss ich die Spiralfeder schmieren? Nein! Die Stahlfeder selbst wird NICHT geschmiert. Nur die Dämpfer-Dichtungen und Gleitbuchsen brauchen Schmierstoff (alle 50-100 Stunden). Die Feder kann mit Wasser gereinigt werden, aber keine Schmiermittel auf die Feder selbst.
Wie lange hält eine Spiralfeder? Sehr lange, oft 10+ Jahre ohne Verschleiß. Stahlfedern ermüden kaum. Nur bei Beschädigungen (Risse, starke Korrosion) austauschen. Der Dämpfer selbst braucht Service (Dichtungen alle 100-200 Stunden), aber die Feder hält praktisch ewig.
Kann ich die Federhärte einfach ändern? Nein, du musst die Feder austauschen (30-80 Euro). Das ist der Nachteil gegenüber Luftdämpfern, wo du nur den Luftdruck änderst. Federwechsel erfordert Spezialwerkzeug (Federspanner) oder Werkstattbesuch (20-40 Euro Montage). Vorteil: Einmal richtige Feder gewählt, nie wieder anpassen nötig.
Ist eine Spiralfeder besser als Luftfeder? Kommt auf den Einsatz an. Spiralfeder besser für: Downhill, Park, Enduro (sensibles Ansprechen, zuverlässig). Luftfeder besser für: Cross-Country, Trail, Marathon (leichter, einstellbar). Spiralfeder ist “Set-and-forget”, Luftfeder vielseitiger aber wartungsintensiver.
Was kostet eine Spiralfeder oder ein Coil-Dämpfer? Einzelne Feder (Ersatz): 30-80 Euro. Kompletter Coil-Dämpfer: 150-400 Euro (Basismodelle wie Manitou, bis High-End wie Cane Creek oder Öhlins). Luftdämpfer kosten 200-600 Euro. Coil-Dämpfer sind günstiger, aber schwerer.