Die Federkennlinie beschreibt das Verhältnis zwischen der einwirkenden Kraft und dem daraus resultierenden Federweg bei einer Federung. Sie zeigt grafisch, wie sich eine Feder unter Belastung verhält. Bei Fahrradfederungen bestimmt sie maßgeblich das Ansprechverhalten und den Komfort während der Fahrt.
Bei einer linearen Kennlinie nimmt der Widerstand gleichmäßig zu. Die Feder wird bei doppelter Kraft auch doppelt so weit komprimiert. Diese Charakteristik findet sich häufig bei einfachen Stahlfedern.
Eine progressive Federkennlinie zeichnet sich durch einen zunehmend stärkeren Widerstand aus. Je weiter die Feder einfedert, desto mehr Kraft wird für weitere Kompression benötigt. Dies verhindert harte Durchschläge bei starken Belastungen. Moderne Luftfedergabeln nutzen diese Eigenschaft für optimalen Fahrkomfort.
Hier nimmt der Widerstand mit zunehmendem Federweg ab. Diese Variante kommt bei Fahrrädern selten vor, da sie wenig Vorteile bietet.
Federtyp | Typische Kennlinie | Vorteile |
---|---|---|
Stahlfeder | Linear | Wartungsarm, konstantes Verhalten |
Luftfeder | Progressiv | Geringes Gewicht, anpassbar |
Elastomerfeder | Leicht progressiv | Günstig, einfache Bauweise |
Um die Federkennlinie bestimmen zu können, messen Hersteller die Kraft bei verschiedenen Einfedertiefen. Marken wie RockShox stellen diese Daten oft in Diagrammen zur Verfügung. Bei Luftfedern lässt sich die Kennlinie durch Anpassung des Luftdrucks verändern. Eine Druckfeder aus Stahl behält ihre Kennlinie dauerhaft bei.
Die richtige Federkennlinie sorgt für sensibles Ansprechverhalten bei kleinen Unebenheiten und ausreichende Reserven bei großen Schlägen. Tourenfahrer bevorzugen oft lineare Kennlinien für gleichmäßigen Komfort. Mountainbiker wählen progressive Kennlinien für bessere Kontrolle bei unterschiedlichen Untergründen. Die Abstimmung erfolgt je nach Fahrergewicht, Fahrstil und Einsatzbereich.