Speichennippel sind Hülsenmuttern, die die Speichen mit der Felge verbinden und gleichzeitig die Speichenspannung einstellbar machen. Sie sitzen entweder an der Felgenaußenseite oder bei hochwertigen Laufrädern versenkt im Felgenbett, von innen zugänglich. Ihr Innengewinde nimmt das Speichenende auf; durch Drehen des Nippels wird die Speiche gespannt oder entspannt, was die Form des Laufrades direkt beeinflusst.
Jeder Nippel hat einen Wulst, der auf der Felge aufliegt und die Zugkraft überträgt, sowie einen Vierkant, an dem der Speichenspanner ansetzt.
Messing ist das Standardmaterial. Messingnippel wiegen etwa 1 Gramm pro Stück, sind korrosionsbeständig und lassen sich gut einzentrieren. Sie gelten als langlebiger als Alunippel und sind die erste Wahl für Alltagsräder, Lastenräder und alle Räder, die häufig Nässe ausgesetzt sind.
Aluminium reduziert das Gewicht auf etwa 0,3 Gramm pro Nippel. Bei einem Laufrad mit 32 Speichen spart das rund 22 Gramm gegenüber Messing, was im Rennbereich relevant ist. Alunippel sind aber anfälliger für Korrosion an der Kontaktstelle mit Stahlspeichen und können bei falscher Handhabung leichter überdreht werden. Für Scheibenbremsen-Laufräder mit hohen Drehmomenten sind Alunippel nur mit selbstsichernder Beschichtung oder Nippelsicherungsmittel empfehlenswert.
Edelstahl ist selten, bietet aber die beste Kombination aus Korrosionsbeständigkeit und Festigkeit bei moderatem Mehrgewicht gegenüber Messing.
| Gewinde | Gauge-Bezeichnung | Passende Speiche | Einsatz |
|---|---|---|---|
| 1,8 Millimeter | 15G | 1,8 Millimeter | Leichtbau, Rennrad |
| 2,0 Millimeter | 14G | 2,0 Millimeter | Standard, am weitesten verbreitet |
| 2,34 Millimeter | 13G | 2,34 Millimeter | Verstärkt, Tandem, Lastenrad |
Das Gewinde muss zur Speichenstärke passen. Standardspeichen mit 2,0 Millimeter Durchmesser benötigen 2,0-Millimeter-Nippel. Butted-Speichen, die in der Mitte dünner sind, haben an den Enden trotzdem 2,0 Millimeter und passen zu Standard-Nippeln.
Bei Alunippeln muss die Speiche bis auf den Grund des Nippelgewindes reichen. Ist die Speiche zu kurz, trägt das Gewinde nicht vollständig und der Nippelkopf kann unter Spannung kollabieren. Das ist der häufigste Grund für gebrochene Alunippel an neu aufgebauten Laufrädern.
Beim Zentrieren immer den Speichenspanner am Vierkant ansetzen, nicht am Schlitz. Der Schlitz ist nur für den Schraubenzieher als Montagehilfe gedacht, nicht für das Einstellen der Spannung. Mit dem Schlitz dreht man zu leicht über, was bei Alunippeln den Kopf zerstört.
Neue Laufräder setzen sich in den ersten Fahrten: Die Speichen kreuzen sich minimal und die Nippel drehen sich leicht nach. Ein Nachzentrieren nach den ersten 50 bis 100 Kilometern ist bei handgespeichten Laufrädern normal und nötig.
Gleichmäßige Speichenspannung ist wichtiger als ein bestimmter Spannungswert. Ein Tensiometer gibt den genauen Wert in Kilogramm-Kraft oder Newton an; ohne Tensiometer lässt sich die Spannung durch Anknipsen der Speichen vergleichen: Alle gleichartigen Speichen sollten annähernd den gleichen Ton ergeben. Deutlich schlaffere Speichen zeigen an, wo nachgespannt werden muss.