Reiserad mit Kettenantrieb

GIANT
ToughRoad SLR 1 2022 | 28 Zoll | Diamanteine Farbe

Direkt zum
besten Preis

VSF
TX-400 Shimano Deore XT 30-Gang / HS33 2022eine Farbe

Direkt zum
besten Preis
"Zum Shop" Schaltflächen, die mit einer ¹ markiert sind, führen zu Online-Shops von Pedali Kooperationspartnern. Wenn darüber ein Kauf getätigt wird, erhält Pedali eine kleine Provision. Zum Vorteil der Käufer erhöht sich Kaufpreis für das Produkt dadurch nicht.
2 Reiserad mit Kettenantrieb Modelle vergleichen und kaufen
Ein Reiserad mit Kettenantrieb ist das meistverbreitete Werkzeug für Fernradler weltweit. Wer Monate auf dem Rad verbringt, Pässe überquert, durch Gebirge fährt und dabei auf fremde Werkstätten angewiesen ist, wählt in den meisten Fällen einen klassischen Kettenantrieb. Der Grund liegt nicht im Kettenantrieb selbst, sondern in dem, was er ermöglicht: einfache Reparatur, weltweite Ersatzteilversorgung und ein bewährtes System, das seit über hundert Jahren optimiert wird. Diese Kategorie umfasst vollausgestattete Reiseräder mit Kette, Kettenblättern, Kassette und Schaltwerk, ausgelegt für Gepäck, schlechte Wege und lange Distanzen.
Was ein Reiserad von einem Trekkingrad unterscheidet
Viele Käufer verwechseln Reiseräder mit Trekkingrädern, weil beide für längere Strecken auf unterschiedlichem Terrain gedacht sind. Der Unterschied liegt im Auslegungsschwerpunkt.
Ein Trekkingrad optimiert auf Effizienz und Komfort für Tagestouren bis zu 100 Kilometern mit wenig bis keinem Gepäck. Es ist leicht, hat eine sportliche Geometrie und verzichtet oft auf Lowrider-Träger vorne.
Ein Reiserad dagegen trägt Gepäck von typischerweise 15 bis 40 Kilogramm über mehrere Wochen oder Monate. Daraus ergeben sich grundlegend andere Konstruktionsprinzipien:
- Stabiler, langer Radstand: Reiseräder haben einen längeren Radstand als Trekkingräder, oft über 110 Zentimeter. Das verbessert die Geradeauslaufstabilität unter Beladung und verhindert das Pendeln beim bergab Rollen mit vollem Gepäck.
- Tiefes Tretlager: Ein nach unten versetztes Tretlager senkt den Schwerpunkt des beladenen Rades und macht es bei schlechtem Untergrund beherrschbarer.
- Vier Gepäckträgerpunkte: Professionelle Reiseräder tragen Gepäck an vier Punkten: Vorderrad-Lowrider, Vorderradträger, Hinterradträger und optional Lenkertasche. Das verteilt das Gewicht über alle vier Bereiche und stabilisiert das Fahrverhalten.
- Stahlrahmen als Norm: Fast alle bewährten Reiseräder tragen Stahlrahmen aus CrMo-Legierungen (Chromoly). Stahl lässt sich weltweit schweißen und reparieren. Ein gerissener Carbonstays-Rahmen in Patagonien oder im Iran ist ein ernstes Problem. Ein gerissener Stahlrahmen findet in fast jeder Motorradwerkstatt einen Schweißer.
Der Kettenantrieb beim Reiserad: Warum er die Standardlösung bleibt
Riemenantriebe und Kardanwellen haben in den letzten Jahren an Popularität gewonnen. Trotzdem dominiert der klassische Kettenantrieb bei Fernradlern weiterhin aus mehreren sachlichen Gründen.
Weltweite Verfügbarkeit: Eine Standard-Fahrradkette im Format 1/2 x 3/32 Zoll (für 8- bis 12-fach-Kassetten) gibt es in fast jedem Fahrradladen der Welt, von Usbekistan bis Kolumbien. Spezifische Riemen für bestimmte Antriebssysteme oder Kardan-Ersatzteile sind außerhalb Westeuropas schwer zu finden.
Reparierbarkeit unterwegs: Eine gebrochene Kette lässt sich mit einem Kettennieter und einem Ersatzschloss in zehn Minuten reparieren. Das sind Werkzeuge, die in jede Satteltasche passen und zusammen unter 100 Gramm wiegen. Eine defekte Riemenspannvorrichtung oder ein beschädigter Kardan sind ohne Spezialwerkzeug nicht zu beheben.
Breite Übersetzungsbandbreite: Ein Reiserad mit Dreifach-Kettenblatt vorne und 11-Gang-Kassette hinten bietet eine Übersetzungsbreite, die auch steile Gebirgspässe mit vollem Gepäck bewältigbar macht. Ein Berggang mit kleiner als 1:1-Übersetzung, also einer Übersetzung, bei der eine Kurbelumdrehung weniger als eine Radumdrehung erzeugt, ist auf schwer beladenem Reiserad in steilem Gelände unverzichtbar.
Kosten: Kettentriebsysteme kosten erheblich weniger in Wartung und Ersatz als Riemenantriebe. Eine hochwertige Reisekette kostet 15 bis 40 Euro, hält bei guter Pflege 5.000 bis 10.000 Kilometer und gehört damit zu den günstigsten Verschleißteilen am Reiserad.
Rahmengeometrie: Was für lange Touren relevant ist
Die Geometrie eines Reiserades lässt sich nicht auf wenige Zahlen reduzieren, aber einige Werte sind beim Kauf entscheidend.
Steuerrohrwinkel: Reiseräder haben einen flacheren Steuerrohrwinkel als Sporträder, oft 70 bis 72 Grad statt 73 bis 74 Grad bei Rennrädern. Das erhöht die Lenkungsstabilität bei niedrigen Geschwindigkeiten und unter Last, kostet aber etwas an direkter Lenkungsreaktion.
Reifenfreiheit: Ein gutes Reiserad nimmt Reifen bis mindestens 42 Millimeter Breite auf, viele Modelle erlauben 47 bis 50 Millimeter. Breitere Reifen rollen auf schlechten Oberflächen komfortabler, bieten mehr Pannenschutz und ermöglichen niedrigere Luftdrücke für mehr Traktion auf Schotter.
Montageöffnungen: Für Reiseräder sind ausreichend Ösen (englisch: eyelets) an Gabel und Rahmen unverzichtbar. Mindestens zwei Paar Ösen an der Gabel für Lowrider und Schutzbleche, zwei Paar am Hinterbau für Gepäckträger und Schutzbleche, sowie weitere Punkte für Flaschenhalter und Werkzeugbehälter.
| Merkmal | Reiserad | Trekkingrad |
|---|---|---|
| Radstand | 105 bis 115 Zentimeter | 100 bis 108 Zentimeter |
| Steuerrohrwinkel | 70 bis 72 Grad | 72 bis 74 Grad |
| Max. Reifenbreite | 40 bis 50 Millimeter | 35 bis 45 Millimeter |
| Gepäckträger-Ösen | Vier Punkte (inkl. Lowrider) | Zwei Punkte (oft nur hinten) |
| Typischer Rahmen | CrMo-Stahl | Aluminium oder CrMo-Stahl |
| Typisches Gewicht | 11 bis 15 Kilogramm | 10 bis 14 Kilogramm |
| Max. Systemgewicht | 120 bis 150 Kilogramm | 100 bis 120 Kilogramm |
Schaltung: Welche Konfiguration für welches Reiseprofil
Die Schaltungswahl am Reiserad hängt vom geplanten Terrain und der bevorzugten Wartungsphilosophie ab.
Dreifach-Kettenschaltung (3x9 oder 3x10): Der klassische Antrieb für Weltreisen. Drei Kettenblätter vorne (typisch: 48-36-26 Zähne oder 44-32-22 Zähne) und neun oder zehn Gänge hinten ergeben 27 beziehungsweise 30 nominelle Gänge mit breiter Übersetzungsspreizung. Das kleine Kettenblatt mit 22 bis 26 Zähnen in Kombination mit dem größten Ritzel hinten ergibt den nötigen Berggang für steile Pässe mit Gepäck. Shimano Deore und Alivio-Komponenten im mittleren Preissegment gelten als besonders gut für Reiseräder geeignet, weil sie zuverlässig funktionieren, einfach einzustellen sind und weltweit verfügbare Ersatzteile haben.
Zweifach-Kettenschaltung (2x11 oder 2x12): Neuere Reiseräder setzen zunehmend auf moderne Zweifach-Antriebe mit großer Kassettenspreizung (bis zu 51-Gang-Kassetten bei 1x-Antrieben). Ein Kompakt-Kurbelantrieb mit 50-34-Zähne-Kombination und einer 11-34-Kassette deckt viele Reiseanforderungen ab und spart das dritte Kettenblatt sowie das Umwerfer-Schaltwerk vorne, was die Wartung vereinfacht.
Einfach-Antrieb (1x11 oder 1x12): Ein einziges großes Kettenblatt mit breiter Kassette vereinfacht das System erheblich und reduziert das Gewicht. Für bergiges Terrain mit Gepäck benötigt man jedoch ein sehr kleines Kettenblatt (32 bis 36 Zähne) und eine weite Kassette (bis 51 Zähne), was das System bei bestimmten Gängen effizienzärmer macht. Für flaches bis mittelbergiges Terrain ist ein Einfach-Antrieb eine sinnvolle Option.
| Konfiguration | Vorteile | Nachteile | Empfehlung |
|---|---|---|---|
| 3x9 / 3x10 | Maximale Spreizung, bewährt | Drei Schalthebel, mehr Einstellaufwand | Weltreise, Gebirge |
| 2x11 Kompakt | Einfacher als 3x, modern | Etwas weniger Spreizung als 3x | Europa-Touren, mittelbergig |
| 1x11 / 1x12 | Einfachstes System, wenig Wartung | Großes Gewicht der Kassette, teuer | Flach bis hügelig |
Bremsen am Reiserad: Scheibe versus Felge
Die Bremswahl am Reiserad hat sich in den letzten Jahren deutlich gewandelt. Hydraulische Scheibenbremsen setzen sich auch im Touring-Segment durch, aber mechanische Lösungen bleiben aus gutem Grund im Gespräch.
Hydraulische Scheibenbremsen: Bieten bei Nässe und Gepäckbelastung auf Abfahrten eine erheblich höhere und besser dosierbare Bremskraft als Felgenbremsen. Der Druckpunkt bleibt auch bei langen Bergabpassagen konstant. Nachteil: Bei einem Defekt am Hydrauliksystem, Lufteintritt oder einem defekten Kolben, benötigt man Spezialflüssigkeit (DOT oder Mineralöl je nach Hersteller) und gegebenenfalls Spezialwerkzeug.
Mechanische Scheibenbremsen: Ein guter Kompromiss für Reiseräder. Sie bieten bessere Bremskraft als Felgenbremsen, lassen sich aber wie ein normales Zugseil-System einstellen und reparieren. TRP Spyre und Shimano BR-RS305 gelten als zuverlässige Optionen.
Felgenbremsen (V-Brake): Leicht, einfach zu reparieren und weltweit verfügbar. Bremsbeläge für V-Brakes findet man in jedem Fahrradladen der Welt. Bei nassen Felgen und schwerem Gepäck auf langen Abfahrten stoßen sie jedoch an ihre Grenzen. Viele Weltreisende fahren trotzdem V-Brakes, weil die einfache Reparierbarkeit im Fernreise-Alltag mehr wiegt als der Bremsleistungsvorteil der Scheibenbremse.
Reifenwahl: Breite, Profil und Pannenschutz
Die Reifenwahl beeinflusst Komfort, Pannenhäufigkeit und Rollwiderstand stärker als fast jedes andere Bauteil.
Schwalbe Marathon Series: Der Branchenstandard für Reiseräder. Der Schwalbe Marathon (nicht Plus) rollt mit geringem Widerstand und bietet durch seine Greenguard-Pannenschutzeinlage ausgezeichneten Schutz auf Asphalt. Der Schwalbe Marathon Plus mit dicker SmartGuard-Einlage ist schwerer und rollt etwas träger, bietet aber nahezu unübertrefflichen Pannenschutz für Reisende, die im Notfall nicht problemlos tauschen können. Der Schwalbe Marathon Mondial eignet sich für gemischtes Terrain mit Schotter und unbefestigten Wegen.
Continental Contact Travel: Eine leichtere Alternative mit ebenfalls gutem Pannenschutz und gleichmäßigem Rollverhalten.
Als Reifenbreite gelten 37 bis 42 Millimeter für geteerte Wege als optimal, 44 bis 50 Millimeter für gemischtes Terrain mit Schotterpassagen.
Gepäckträgersystem: Was Reiseräder von Alltagsrädern unterscheidet
Das Gepäckträgersystem eines Reiserades trägt im Tourenbetrieb mehr Gewicht über längere Zeit als jedes Alltagsrad. Daher gelten andere Anforderungen.
Hinterradträger: Muss Lasten von 25 bis 40 Kilogramm sicher tragen. Aluminium-Träger von Tubus oder Ortlieb sind bewährte Marken, die auch unter großen Lasten zuverlässig bleiben. Stahl-Träger lassen sich bei Bruch schweißen, sind aber schwerer.
Vorderrad-Lowrider: Dieser Träger befestigt sich an der Gabel unterhalb der Achse und trägt die Taschen nahe am Boden. Das senkt den Schwerpunkt des Gesamtsystems erheblich und verbessert die Lenkung. Viele Touren-Einsteiger verzichten auf Lowrider und merken erst auf längeren Touren, wie viel stabiler ein Rad mit vorderer Beladung unten am Rad fährt.
Ortlieb-Standard: Die Befestigungssysteme von Ortlieb-Packtaschen (QL2.1 und QL3.1) haben sich als Marktstandard durchgesetzt. Viele Träger anderer Hersteller sind darauf abgestimmt.
Rahmenmaterial: Warum CrMo-Stahl bei Reiserädern dominiert
Chromoly-Stahl (CrMo, häufig als 4130 bezeichnet) enthält Chrom und Molybdän als Legierungszusätze. Diese Kombination ergibt ein Material mit einer Zugfestigkeit von 800 bis über 1.000 MPa bei guter Duktilität, also der Fähigkeit, sich unter Überlastung plastisch zu verformen statt abrupt zu brechen.
Für Reiseräder sind die praktischen Aspekte noch relevanter als die technischen: CrMo-Stahl lässt sich mit günstigem Werkzeug und Standard-Schweißverfahren reparieren. Ein Schweißer in einem abgelegenen Land braucht keine Spezialausrüstung, um einen CrMo-Rahmen zu flicken. Das ist bei einem Aluminiumrahmen erheblich schwieriger und bei Carbon schlicht unmöglich.
Bekannte Reiserad-Rahmen aus CrMo-Stahl stammen von Herstellern wie Tout Terrain, Santos, Riese und Müller (für deren klassische Tourer), Koga, VSF Fahrradmanufaktur und verschiedenen handgefertigten Spezialisten.
Was ein gutes Reiserad mit Kettenantrieb kosten sollte
Reiseräder sind keine günstigen Produkte, weil die Kombination aus stabilem Rahmen, vier Gepäckträgerpunkten, zuverlässiger Schaltung und robuster Bereifung ihren Preis hat. Folgende Orientierungswerte gelten für neue Räder:
| Preissegment | Erwartbare Ausstattung | Geeignet für |
|---|---|---|
| Unter 800 Euro | Alurahmen, Shimano Acera/Altus, mechanische Bremsen | Erste Touren, Wochenendtouren |
| 800 bis 1.500 Euro | CrMo oder Alu, Shimano Deore/Alivio, Scheibenbremsen | Sommertouren, Mehrwochentour |
| 1.500 bis 3.000 Euro | CrMo-Stahl, Shimano Deore/XT, hydraulische Bremsen | Langzeittouren, anspruchsvolles Terrain |
| Über 3.000 Euro | Handgefertigter CrMo-Rahmen, hochwertige Komponenten, vier Träger-Ösen | Weltreise, Extremtouren |
Pflege des Kettenantriebs auf langen Touren
Der Kettenantrieb braucht auf Reisen regelmäßige Aufmerksamkeit. Folgende Grundregeln verlängern die Lebensdauer erheblich:
Die Kette reinigst du alle 300 bis 500 Kilometer oder nach jeder Schmutzexposition mit einem Lappen und schmierst sie anschließend mit einem für die aktuellen Bedingungen geeigneten Öl ein. Kettenöl auf Wachsbasis hält länger auf trockenem Untergrund, Nassöl haftet besser bei Regen. Auf langen Reisen nimmst du zwei bis drei Ersatzketten und eine Ersatzkassette mit, weil der Verschleiß von Kette und Kassette aufeinander abgestimmt ist: Eine neue Kette auf einer verschlissenen Kassette überspringt unter Last.
Einen Kettenverschleißmesser solltest du immer dabei haben. Ab 0,75 Prozent Dehnung (Messwert an einem Kettenverschleißmesser) tauschst du die Kette, bevor sie die Kassette mitverschleißt. Das spart auf langen Touren erheblich Geld.
Jetzt Preise vergleichen und das passende Reiserad finden
Vergleiche jetzt alle aktuellen Angebote für Reiseräder mit Kettenantrieb bei Pedali und finde dein Wunschmodell zum besten Preis. Ob klassisches CrMo-Tourer mit Dreifach-Schaltung oder modernes Reiserad mit Scheibenbremsen und 1x12-Antrieb: Bei Pedali siehst du auf einen Blick, welcher Händler gerade das günstigste Angebot hat.