Der Federweg beschreibt die maximale Strecke, um die sich die Federgabel oder der Dämpfer beim Einfedern verkürzt. Typische Werte sind 100 Millimeter, 130 Millimeter oder 170 Millimeter. Der Federweg Mountainbike beeinflusst Komfort, Traktion und Kontrolle auf unebenem Untergrund maßgeblich und ist eines der wichtigsten Ausstattungsmerkmale bei Mountainbikes.
Bei Fullys (vollgefederten Mountainbikes) wird der Federweg oft in zwei Werten angegeben, zum Beispiel 160/150mm oder 140/130mm.
Warum unterschiedliche Werte? Die Vorderradgabel hat meist 10 bis 20mm mehr Federweg, weil sie beim Bremsen und in Kurven stärker belastet wird. Das sorgt für bessere Kontrolle und verhindert, dass die Gabel zu schnell durchschlägt.
Beispiele gängiger Kombinationen:
| Bike-Typ | Federweg vorne/hinten | Einsatzbereich |
|---|---|---|
| XC-Fully | 100/100mm oder 120/110mm | Marathon, Cross Country |
| Trail-Bike | 140/130mm oder 150/140mm | Vielseitige Touren |
| Enduro | 170/160mm oder 180/170mm | Anspruchsvolle Abfahrten |
| Downhill | 200/200mm+ | Bikepark, Rennen |
| Federweg in Millimeter | Typische Bikes | Gelände | Charakter |
|---|---|---|---|
| 100 bis 120 | Cross Country, Marathon | Forstwege, leichte Trails | effizient, direkt, kletterstark |
| 130 bis 150 | Trail, All Mountain | abwechslungsreiche Trails | ausgewogen, vielseitig |
| 160 bis 180 | Enduro, Downhill-Bikes | steil, technisch, Bikepark | viel Reserve, hohe Laufruhe |
Kürzerer Federweg fühlt sich straff und direkt an. Er unterstützt effizientes Klettern und schnelle Antritte. In sehr grobem Gelände stehen allerdings weniger Reserven zur Verfügung. Ein Federweg MTB mit 100 bis 120mm eignet sich perfekt für Touren und Marathons.
Längerer Federweg schluckt harte Schläge und Landungen. Das Fahrwerk bleibt bei hoher Geschwindigkeit ruhiger. Meist steigt das Gewicht etwas, und bergauf wirkt das Bike weniger agil. Bikes mit 160mm und mehr Federweg sind die erste Wahl für Bikeparks und technische Trails.
Der Sag beschreibt, wie weit die Federung einsackt, wenn du auf dem Bike sitzt. Er wird in Prozent des Gesamtfederwegs angegeben und ist entscheidend für die optimale Funktion.
Empfohlene Sag-Werte:
Beispielrechnung bei 140mm Federweg:
So stellst du den Sag ein:
Dein Körpergewicht beeinflusst, welcher Federweg MTB für dich optimal funktioniert:
Leichte Fahrer (unter 70kg):
Mittlere Fahrer (70 bis 85kg):
Schwere Fahrer (über 85kg):
Beispiel: Ein 95kg schwerer Fahrer sollte bei Enduro-Nutzung eher zu 170/160mm statt 150/140mm greifen, um Durchschläge zu vermeiden.
Schritt 1: Einsatzbereich definieren
Schritt 2: Faustregel anwenden
| Anteil Abfahrt | Empfohlener Federweg |
|---|---|
| 20% bergab, 80% bergauf | 100 bis 120mm |
| 40% bergab, 60% bergauf | 130 bis 140mm |
| 50/50 bergauf/bergab | 140 bis 150mm |
| 60% bergab, 40% bergauf | 150 bis 170mm |
| 80% bergab, 20% bergauf | 170mm und mehr |
Schritt 3: Körpergewicht einbeziehen
Praxisbeispiel:
Zu viel Luftdruck: Federung arbeitet nicht, fühlt sich hart an, wenig Traktion
Zu wenig Luftdruck: Häufiges Durchschlagen, schwammiges Fahrgefühl
Sag nicht geprüft: Setup funktioniert nicht optimal
Zugstufe ignoriert: Federung schwingt nach oder packt nicht
Falscher Federweg für Einsatzzweck: 100mm-Bike im Bikepark oder 180mm-Bike bei Marathons
Richtig machen: Sag einstellen, Zugstufe anpassen, Druckstufe bei Bedarf feinjustieren, regelmäßig Service durchführen
Upgrade zu mehr Federweg lohnt sich, wenn:
Upgrade zu weniger Federweg lohnt sich, wenn:
Alternative zum Bike-Wechsel: Oft bringt ein optimiertes Setup mehr als ein Federweg-Upgrade. Investiere erst in professionelles Tuning (Luftkammer-Tokens, Dämpferabstimmung), bevor du das Bike wechselst.
Für Touren und Cross Country reichen 100 bis 120mm, für vielseitige Trail-Nutzung sind 130 bis 150mm ideal, und für Enduro und Bikepark sollten es 160 bis 180mm sein. Die Wahl hängt vom Gelände, deinem Fahrstil und Körpergewicht ab.
Die erste Zahl (140mm) gibt den Federweg der Federgabel vorne an, die zweite Zahl (130mm) den Federweg des Hinterbaus. Die Gabel hat meist etwas mehr Federweg, weil sie beim Bremsen stärker belastet wird.
Der Federweg selbst ist fest, aber du musst den Sag einstellen: Setze dich aufs Bike und prüfe, wie weit die Federung einsackt. Ideal sind 25 bis 30% des Gesamtfederwegs. Reguliere den Luftdruck mit einer Dämpferpumpe, bis der Sag-Wert stimmt.
Nein. Mehr Federweg bedeutet mehr Komfort und Reserven bergab, aber auch mehr Gewicht und weniger Effizienz bergauf. Wähle den Federweg passend zu deinem Haupteinsatzbereich. Ein 100mm XC-Bike klettert besser als ein 180mm Enduro.
Bei manchen Federgabeln kannst du den Federweg durch Austausch von Spacern im Inneren reduzieren (z.B. von 150mm auf 140mm). Eine Vergrößerung ist meist nicht möglich. Beim Hinterbau ist der Federweg durch die Rahmenkonstruktion festgelegt und nicht änderbar.
Federweg und Hub meinen dasselbe: die maximale Einfederstrecke der Federung. Manche Hersteller sprechen von “Travel” (englisch) oder “Hub”, meinen aber immer den Federweg in Millimetern.
Für Einsteiger sind 120 bis 140mm Federweg ideal. Das bietet genug Komfort für erste Trail-Erfahrungen, bleibt aber effizient genug für Touren. Ein typisches Trail-Fully mit 140/130mm ist ein perfekter Allrounder zum Lernen.
100mm sind sportlicher, effizienter und leichter, ideal für Cross Country und Marathons auf weniger ruppigem Terrain. 130mm bieten deutlich mehr Komfort und Reserven auf technischen Trails, sind aber etwas schwerer und träger bergauf. Der Unterschied ist im Gelände deutlich spürbar.