Tretunterstützung bezeichnet die motorische Unterstützung beim Pedalieren an E-Bikes und Pedelecs. Der Elektromotor wird nur aktiv, solange der Fahrer in die Pedale tritt, und verstärkt die eigene Tretkraft um einen einstellbaren Faktor. Sobald das Treten aufhört oder die gesetzliche Höchstgeschwindigkeit von 25 Kilometern pro Stunde erreicht wird, schaltet die Unterstützung ab.
Das ist der rechtliche Unterschied zwischen Pedelec und E-Bike: Pedelecs mit Tretunterstützung bis 25 Kilometer pro Stunde gelten als Fahrräder und benötigen weder Führerschein noch Versicherungskennzeichen. Schnelle Pedelecs (S-Pedelecs) unterstützen bis 45 Kilometer pro Stunde und sind versicherungspflichtig.
Die Qualität der Tretunterstützung hängt maßgeblich davon ab, wie das System die Tretkraft misst:
| Eigenschaft | Drehmomentsensor | Trittfrequenzsensor |
|---|---|---|
| Messgröße | Tretkraft in Newtonmeter | Pedalumdrehungen pro Minute |
| Fahrgefühl | Natürlich, proportional | Ruckartig, on/off |
| Akkueffizienz | Höher, weil bedarfsgerecht | Geringer |
| Typischer Einsatz | Hochwertige E-Bikes | Einstiegs-E-Bikes |
Die meisten Systeme bieten drei bis fünf Unterstützungsstufen. Die genaue Benennung variiert je nach Hersteller:
| Stufe | Bosch | Shimano Steps | Unterstützung | Reichweite |
|---|---|---|---|---|
| Minimal | Eco | Eco | bis 50 Prozent | Maximal |
| Mittel | Tour/Sport | Trail | bis 120 Prozent | Mittel |
| Hoch | Turbo | Boost | bis 300 Prozent | Gering |
Die Reichweite hängt stark von der gewählten Stufe ab. Im Eco-Modus ist bei vielen Systemen eine Reichweite von 100 Kilometern und mehr möglich; im Turbo-Modus kann der Akku bei anspruchsvollem Gelände nach 30 bis 40 Kilometern leer sein. Weitere Einflussfaktoren sind Fahrergewicht, Geländeprofil, Reifendruck und Außentemperatur. Kälte unter 5 Grad Celsius reduziert die Akkukapazität spürbar.
Die Position des Motors beeinflusst, wie die Tretunterstützung sich anfühlt:
Die Unterstützungsstufe lässt sich über ein Display oder eine Smartphone-App wählen. Moderne Systeme wie Bosch Smart System oder Shimano Di2 erlauben die Feinabstimmung von Unterstützungskurven über eine App, sodass das Ansprechverhalten des Motors individuell angepasst werden kann.
Für maximale Reichweite empfiehlt sich die Eco-Stufe auf flachen Strecken und ein gezielter Wechsel in höhere Stufen nur bei Anstiegen. Wer den Akku schonen will, sollte außerdem auf einen ausreichend hohen Reifendruck achten und das Fahrrad nicht im Stand mit laufendem Motor stehen lassen.