Die Zugführung beschreibt, wie Schalt- und Bremszüge am Fahrrad über den Rahmen verlegt sind. Gut geführte Züge laufen reibungsarm, verschleißarm und ohne Knicke, das wirkt sich direkt auf die Schalt- und Bremsqualität aus. Je nach Rahmen und Ausstattungsniveau gibt es dabei deutliche Unterschiede.
Externe Zugführung bedeutet: Die Züge laufen außen am Rahmen entlang und sind über Kabelklemmen oder Rohrbügel befestigt. Das macht Wartung und Zugwechsel einfach, weil alles zugänglich ist. Typisch bei Einsteiger- und Mittelklasserädern.
Interne Zugführung bedeutet: Die Züge verlaufen im Rahmeninneren und treten nur an definierten Ein- und Auslassöffnungen heraus. Optisch sauber und besonders aerodynamisch, dafür ist der Austausch aufwendiger, weil die Züge durch die Rohre eingefädelt werden müssen.
Tretlager-Zugführung ist eine weit verbreitete Zwischenlösung: Schaltzüge werden unterhalb des Tretlagers am Rahmen entlanggeführt, bevor sie zum Umwerfer am Kettenblatt laufen. Shimano bietet dafür etwa die Kabelführung SM-SP18M an, die speziell für saubere Tretlager-Umleitung entwickelt wurde. Auch Hersteller wie Giant und Cube setzen rahmenspezifische Führungselemente ein, die auf ihre Geometrie abgestimmt sind.
Ein häufig übersehener Punkt: Kabelbögen dürfen nicht zu eng sein. Zu enge Radien erhöhen die Reibung, machen das Schalten träge und beschleunigen den Zug- und Hüllenverschleiß. Empfohlen werden Mindestbiegeradien je nach Zug- und Hüllentyp, bei Schaltzügen meist nicht unter 50 Millimeter.
Außerdem gilt: Züge und Hüllen sind Verschleißteile. Selbst bei guter Führung sollten Hüllen alle zwei bis drei Jahre oder nach starken Verschmutzungen gewechselt werden, eingerissene oder gestauchte Hüllen erhöhen die Schaltkraft messbar.
Bei Rädern mit hydraulischer Bremse entfällt der klassische Bremszug; stattdessen verlaufen Hydraulikleitungen im Rahmen. Die Verlegeregeln bleiben dieselben: keine scharfen Knicke, ausreichend Spielraum für Lenkereinschlag und Federweg.