Welche Fahrradschlösser gibt es?
Fahrradschlösser unterscheiden sich in Bauform, Gewicht, Flexibilität und Sicherheitsniveau. Welches sinnvoll ist, hängt vom Wert des Rads, der Abstellsituation und der Bereitschaft ab, Gewicht zu tragen.
Schlosstypen im Überblick
- Bügelschloss: Der starre Bügel aus gehärtetem Stahl bietet den besten Schutz gegen Hebelwerkzeug und Bolzenschneider. Nachteil: Der kurze Bügel schränkt die Befestigungsmöglichkeiten ein. Wer sein Rad nicht immer am gleichen Bügel oder Laternenpfahl anschließt, kommt mit einem steifen Bügelschloss manchmal nicht ran. Empfehlenswert für hochwertige Räder in der Stadt.
- Kettenschloss: Die flexible Kette lässt sich um breitere Objekte legen und ermöglicht das Anschließen an Zäune, breite Träger oder mehrere Räder gleichzeitig. Die Sicherheit hängt stark von der Kettendicke und der Gehärtung ab: Günstige Ketten mit dünnen Gliedern lassen sich in Sekunden durchtrennen. Hochwertige Ketten mit 10 bis 14 Millimeter Gliedstärke, etwa von Kryptonite oder Abus, sind deutlich widerstandsfähiger, aber entsprechend schwer.
- Faltschloss: Segmentierte Stahlglieder, die sich zusammenfalten lassen. Kompakter als eine Kette, flexibler als ein Bügel. Faltschlösser sind ein sinnvoller Kompromiss für Pendler, die ein mittelschweres Schloss mit sich tragen wollen. Die Verbindungspunkte der Segmente sind die schwächsten Stellen; billige Faltschlösser brechen dort unter Hebelwerkzeug.
- Kabelschloss: Leicht, flexibel, günstig, aber kein ernsthafter Diebstahlschutz. Ein Kabelschloss lässt sich mit einer kleinen Zange in Sekunden durchtrennen. Sinnvoll nur als Zweitschloss zum Sichern des Vorderrads oder Helms, wenn das Hauptschloss bereits Rahmen und Hinterrad sichert.
- Rahmenschloss: Fest am Rahmen montiert, blockiert das Hinterrad mechanisch. Schützt vor dem Wegfahren, nicht vor dem Wegtragen. Sinnvoll als bequeme Grundsicherung für kurze Stopps, aber nie als alleiniger Schutz. Viele kombinieren ein Rahmenschloss mit einem Kettenschloss, das durch den Rahmenschlosskörper geführt wird.
Sicherheitsniveau einschätzen
Zertifikate helfen bei der Einschätzung. Das bekannteste System ist das von Abus: Skala 1 bis 20, ab Stufe 10 für Räder mit mittlerem Wert empfehlenswert, ab Stufe 15 für hochwertige Räder. Sold Secure (Gold, Silver, Bronze) ist ein britisches Prüfsystem, das von vielen Versicherungen als Nachweis akzeptiert wird. Wer sein Fahrrad über die Hausratversicherung absichern will, sollte prüfen, welche Zertifizierung die Versicherung voraussetzt.
Richtig anschließen
Ein hochwertiges Schloss nützt wenig, wenn es falsch eingesetzt wird. Drei Punkte sind entscheidend:
Das Schloss muss Rahmen und Rad mit einem festen Gegenstand verbinden. Nur das Rad einschließen ohne Rahmenkontakt bedeutet: Dieb nimmt Rahmen, lässt Rad mit Schloss zurück.
Das Schloss sollte möglichst wenig Spiel haben. Viel Spielraum zwischen Schloss und Fahrrad gibt Hebelwerkzeug Ansatzfläche. Bügelschlösser deshalb immer so einsetzen, dass der Bügel so wenig Luft wie möglich hat.
Das Schloss sollte nicht auf dem Boden aufliegen. Auf dem Boden lässt sich ein Schloss mit einem Hammer aufschlagen; in der Luft fehlte der Gegendruck.