Ein Singlespeed-Fahrrad hat genau einen Gang, also keine Schaltung, keine Umwerfer, kein Schaltwerk, keine Schalthebel. Das Hinterrad ist über eine Kette mit dem Antriebsritzel verbunden, fertig. Diese Reduktion auf das absolut Wesentliche ist kein Rückschritt, sondern eine bewusste Entscheidung: weniger Technik, weniger Wartung, mehr Direktheit. In der Fahrradwelt haben Singlespeeds eine treue Fangemeinde, und das aus gutem Grund.
Leicht: Weniger Bauteile = weniger Gewicht. Ein Singlespeed ist oft deutlich leichter als ein vergleichbares Fahrrad mit Gangschaltung.
Günstig im Unterhalt, da wartungsarm: Kette, Ritzel und Kettenblatt – mehr gibt es beim Antrieb nicht zu pflegen oder zu ersetzen. Ohne Schaltwerk, Umwerfer und Schaltzüge gibt es kaum etwas, das kaputtgehen kann. Ein Singlespeed bleibt mit minimalem Aufwand jahrelang zuverlässig. Langfristig ist das sehr kostengünstig.
Fahrspaß und Direktheit: Der Antrieb fühlt sich unmittelbar und lebendig an. Kein Schalten, kein Zögern, sondern einfach treten und fahren.
Beide haben nur einen Gang, aber es gibt einen entscheidenden Unterschied: Ein Singlespeed hat einen Freilauf, du kannst also aufhören zu treten und rollen. Ein Fixie (Fixedgear) hat keinen Freilauf: Das Hinterrad ist starr mit der Kurbel verbunden, du trittst also immer mit. Das ermöglicht auch das Bremsen über die Pedale, erfordert aber Übung und Aufmerksamkeit. Fixies sind vor allem in der urbanen Bike-Szene und unter Kurierfahrern populär.
Das Übersetzungsverhältnis, also das Verhältnis zwischen Kettenblatt vorne und Ritzel hinten, ist beim Singlespeed der Punkt, den du beim Kauf oder Umbau beachten musst. Eine gängige Kombination für die Stadt ist 44/16 oder 46/16. Das ist leicht genug für Ampelstarts, aber schnell genug für Stadtgeschwindigkeiten. Wer viele Steigungen fährt, wählt eine leichtere Übersetzung (kleineres Kettenblatt oder größeres Ritzel). Wer vor allem auf der Ebene unterwegs ist und Geschwindigkeit will, greift zu einer schwereren (größeres Kettenblatt oder kleineres Ritzel). Viele Singlespeed-Räder erlauben einen Ritzelwechsel, mit dem sich die Übersetzung unkompliziert anpassen lässt.
Die Geschwinigkeit hängt vom gewählten Übersetzungsverhältnis und der Trittfrequenz ab. Mit einer typischen Stadtübersetzung (z. B. 44/16) und einer Trittfrequenz von 90 Umdrehungen pro Minute werden rund 25 bis 28 km/h erreicht. Für den Alltag ist das völlig ausreichend. Wer kräftiger tritt, erreicht auch 40 km/h und mehr. Der entscheidende Unterschied zum Schaltrad ist, dass du bei hohem Tempo irgendwann „leertrittst": Die Pedale drehen schneller, als es noch komfortabel ist. Bergab kannst du einfach aufhören zu treten und rollen lassen – im Gegensatz zum Fixie, wo das nicht möglich ist. Für sportliche Höchstgeschwindigkeiten ist ein Singlespeed weniger geeignet, da ist ein Rennrad mit Schaltung die bessere Wahl, aber für den urbanen Alltag reicht die Geschwindigkeit vollkommen.
Viele Radfahrerinnen und Radfahrer rüsten ein vorhandenes Fahrrad zum Singlespeed um, statt ein neues zu kaufen. Das ist oft mit einem einfachen Umbausatz möglich: Schaltwerk, Umwerfer und Schaltzüge werden entfernt, Kettenblatt und Ritzel auf das gewünschte Übersetzungsverhältnis abgestimmt, die Kette gekürzt. Wichtig dabei ist eine saubere Kettenspannung. Bei Rädern ohne Ausfallenden-Einstellung hilft ein Kettenspanner. Der Umbau lohnt sich beispielsweise für robuste Alltagsräder, die ohnehin selten in den unteren Gängen gefahren werden.
Für alle, die in der Stadt oder im Flachland fahren und auf Einfachheit setzen. Singlespeeds sind ideal fürs tägliche Pendeln, für kurze bis mittellange Strecken und für alle, die ein pflegeleichtes, robustes Alltagsrad wollen. In hügeligem Gelände wird ein Singlespeed-Fahrrad ohne entsprechende Übersetzung zur echten Herausforderung, was es trainingstechnisch interessant macht, im Alltag aber unpraktisch sein kann.