Die Sternmutter, auch Sternkralle genannt, ist ein Einwegelement im Inneren eines Gabelschafts aus Aluminium oder Stahl. Sie wird einmalig in den Schaft eingeschlagen und verankert sich dort durch nach außen gerichtete Krallen, die sich in die Rohrinnenwand eingraben. An ihrem Gewinde greift die Topcap-Schraube an, die über den Vorbau die Lager des Steuersatzes vorspannt.
Der Steuersatz besteht aus Lagern, die axial vorgespannt werden müssen, damit der Lenker spielfrei dreht. Die Sternmutter ist der Ankerpunkt für diese Vorspannung: Die Topcap-Schraube zieht den Vorbau nach oben gegen das Steuerrohr, was die Lager klemmt. Erst wenn die Vorspannung stimmt, wird der Vorbau mit seinen Klemmschrauben am Schaft fixiert.
Wichtig: Die Topcap-Schraube hält das Vorderrad nicht am Fahrrad. Sie stellt nur die Lagervorspannung ein. Das eigentliche Halten übernehmen die Klemmschrauben des Vorbaus. Wer die Klemmschrauben lockert, ohne die Topcap zu lösen, merkt das nicht sofort, aber beim Herausziehen des Vorbaus fällt die Gabel heraus.
Bei Carbonschäften darf keine Sternmutter verwendet werden. Die Krallen würden das Carbongefüge lokal beschädigen und Sollbruchstellen erzeugen, die unter Belastung versagen können. Stattdessen kommen Expander zum Einsatz: ein konischer Bolzen mit Spreizelement, der beim Anziehen der Topcap-Schraube radial nach außen drückt und sich reibschlüssig im Schaft hält, ohne einzugraben.
| Eigenschaft | Sternmutter | Expander |
|---|---|---|
| Schaftmaterial | Aluminium, Stahl | Carbon, Aluminium |
| Befestigung | Einschlagen, Einwegbefestigung | Einschrauben, lösbar |
| Ausbau möglich | Nur zerstörend | Werkzeuglos lösbar |
| Wiederverwendung | Nein | Ja |
Die Sternmutter wird mit einem Einschlagwerkzeug oder einem langen Dorn und Hammer auf die richtige Tiefe gebracht, typischerweise 15 bis 20 Millimeter unterhalb der Schaftoberkante. Sitzt sie zu hoch, greift die Topcap-Schraube nicht tief genug ins Gewinde. Sitzt sie zu tief, reicht die Schraube nicht mehr bis ans Gewinde.
Häufiger Fehler: Sternmutter schief einschlagen. Eine schief sitzende Sternmutter lässt sich mit der Topcap-Schraube nicht mehr gerade ausrichten und erzeugt beim Anziehen eine seitliche Kraft auf das Schaftrohr. Im Aluminiumschaft ist das unkritisch; bei älteren Stahlschäften mit dünner Wandung kann es zur Verformung führen.
Eine korrekt eingeschlagene Sternmutter hält die Lebensdauer des Fahrrads. Tauschbedarf entsteht, wenn das Gewinde ausgerissen ist oder die Sternmutter sich im Schaft dreht, statt zu halten. Beides zeigt sich daran, dass die Topcap-Schraube keinen Widerstand mehr aufbaut. In dem Fall muss die alte Sternmutter mit einem langen Dorn nach unten herausgetrieben und eine neue eingeschlagen werden.
Knackende Geräusche beim Lenken können auf ungenügende Lagervorspannung hinweisen, müssen aber nicht an der Sternmutter liegen. Zuerst prüfen: Topcap-Schraube handfest anziehen, dann Vorbau-Klemmschrauben festziehen. Hilft das nicht, kommen Lagerverschleiß oder ein lose sitzender Steuersatzring als Ursache in Frage.