Rennrad mit Campagnolo-Schaltung

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Campagnolo ist die älteste und traditionsreichste Marke im Rennradsport. Tullio Campagnolo erfand 1930 den Schnellspanner und patentierte 1933 das erste Schaltwerk für Rennräder in Vicenza, Norditalien. Seitdem ist das Unternehmen ausschließlich auf Rennradkomponenten spezialisiert. Kein MTB, kein E-Bike, kein Stadtrad. Diese Fokussierung zeigt sich in jedem Detail: Die Ergopower-Hebel, die Kassettengeometrie, die Kurbeln und die Bremsen sind allesamt auf das Fahren mit Dropbar-Lenker ausgelegt. Wer ein Rennrad mit Campagnolo-Schaltung kauft, erhält ein System, das seit Jahrzehnten im Profirennsport eingesetzt wird und dabei ein unverwechselbares Bedienkonzept mitbringt.
Was unterscheidet Campagnolo von Shimano und SRAM?
Der auffälligste Unterschied liegt im Bedienkonzept. Shimano und SRAM nutzen beide für Hoch- und Runterschalten zwei unterschiedliche Hebelpositionen an einem kombinierten STI-Hebel. Campagnolo setzt dagegen auf das Ergopower-Konzept mit zwei getrennten Hebeln:
- Großer Bremshebel: bremst und schaltet gleichzeitig auf den nächsthöheren Gang, wenn der Hebel nach innen geschwenkt wird
- Kleiner Daumenhebel: schaltet zurück auf kleinere Ritzel (leichtere Gänge), bei höherwertigen Gruppen bis zu drei Gänge auf einmal
Dieses System gilt als ergonomisch präziser, weil Schalten und Bremsen über separate Handbewegungen erfolgen. Viele Fahrer beschreiben das Schaltgefühl als direkter und die Hebelposition als angenehmer auf langen Ausfahrten. Es erfordert allerdings eine kurze Eingewöhnungszeit, besonders für Fahrer, die zuvor Shimano gefahren haben.
Ein weiterer struktureller Unterschied ist die Kompatibilitätspolitik. Campagnolo-Komponenten sind nur mit anderen Campagnolo-Komponenten derselben Generation und Ganganzahl kombinierbar. 11-fach- und 12-fach-Systeme sind nicht untereinander mischbar, Kassetten und Schaltwerke verschiedener Gangzahlen ebenfalls nicht. Shimano-Kassetten passen nicht auf Campagnolo-Freilaufkörper. Wer Campagnolo fährt, bleibt im Campagnolo-Ökosystem.
Das aktuelle Campagnolo-Lineup für Rennräder
Übersicht aller aktuellen Gruppen
| Gruppe | Gänge | System | Bremsoption | Positionierung |
|---|---|---|---|---|
| Centaur | 11-fach | Mechanisch | Felge | Einstieg |
| Potenza | 11-fach | Mechanisch | Felge oder Scheibe | Mittelfeld |
| Chorus | 11- oder 12-fach | Mechanisch oder EPS | Felge oder Scheibe | Sport bis Halbprofi |
| Record | 11- oder 12-fach | Mechanisch oder EPS | Felge oder Scheibe | Halbprofi bis Profi |
| Super Record | 12-fach | Mechanisch, EPS oder WRL (kabellos) | Felge oder Scheibe | Profibereich |
Campagnolo bietet sein Elektronikkonzept EPS (Electronic Power Shift) und seit 2023 auch WRL (Wireless) ausschließlich in den oberen Gruppen an. Die Schaltbefehle werden dabei über kabelgebundene (EPS) oder kabellose (WRL) Motoren an Schaltwerk und Umwerfer übertragen.
Centaur: Der Einstieg ins Campagnolo-System
Die Centaur-Gruppe ist Campagnolos günstigste aktuelle Produktlinie. Mit elf Gängen und Kassetten bis 34 Zähnen bietet sie eine solide Übersetzungsbreite für Hobbyfahrer und Einsteiger, die die Campagnolo-Bedienlogik kennenlernen wollen. Die Hebelqualität liegt auf einem Niveau, das mit Shimanos Tiagra-Gruppe vergleichbar ist, bietet dabei aber bereits die für Campagnolo charakteristischen Ergopower-Hebel mit dem Daumenschalter.
Ein wichtiges Detail: Selbst die Centaur-Gruppe lässt sich optional mit Carbon-Griffen und Carbon-Kurbeln konfigurieren, was die Qualitätsphilosophie des Herstellers auch auf Einsteigerniveau verdeutlicht.
Potenza: Mehr Flexibilität durch Scheibenbremsen-Option
Die Potenza-Gruppe ergänzt die Centaur nach oben und bietet als erste Campagnolo-Gruppe die Möglichkeit, zwischen Felgen- und Scheibenbremsen zu wählen. Die Verarbeitung liegt eine Stufe über der Centaur, und die Schaltpräzision verbessert sich spürbar. Für Ganzjahresfahrer und Fahrer in regenreichen Regionen ist die Potenza mit Scheibenbremse eine sinnvolle Wahl.
Chorus: Das Herzstück des Mittelfelds
Die Chorus-Gruppe ist traditionell der meistverkaufte Campagnolo-Antrieb im sportiven Segment. Mit der aktuellen 12-fach-Generation hat Campagnolo die Chorus deutlich aufgewertet: Das Schaltwerk teilt nun Technologien mit den Topgruppen Record und Super Record, und die feinere 12-fach-Kassette ermöglicht gleichmäßigere Gangübergänge besonders am Berg.
Die Chorus-Gruppe ist in folgenden Konfigurationen erhältlich:
- 11-fach mechanisch mit Felgenbremse
- 11-fach mechanisch mit Scheibenbremse
- 12-fach mechanisch mit Felgenbremse
- 12-fach mechanisch mit Scheibenbremse
- 11-fach EPS (elektronisch, kabelgebunden)
Der Preisbereich liegt für eine vollständige Chorus-Gruppe zwischen 900 und 1.600 Euro, abhängig von Gangzahl und Bremssystem. Das entspricht in der Shimano-Welt einem Niveau zwischen Ultegra und Dura-Ace.
Record: Die unterschätzte Mittelkategorie
Die Record-Gruppe wird von Campagnolo häufig übergangen, weil sie zwischen der populären Chorus und der Profi-Super-Record steht. Dabei bietet sie gegenüber Chorus messbare Vorteile: Das Schaltwerk und der Umwerfer nutzen teilweise Carbon-Komponenten, die Kurbeln und Kassetten sind aus höherwertigen Materialien gefertigt, und die Kette ist leichter und robuster als das Chorus-Pendant. Der Gewichtsunterschied zur Chorus beträgt etwa 100 Gramm bei der vollständigen Gruppe.
Super Record: Das Flaggschiff aus Vicenza
Super Record ist Campagnolos Antwort auf Shimano Dura-Ace und SRAM Red. Die aktuelle 12-fach-Generation ist in drei Varianten erhältlich: mechanisch, EPS (kabelgebunden elektronisch) und WRL (kabellos elektronisch, seit 2023). Das WRL-System überträgt Schaltsignale per Funk und konkurriert damit direkt mit SRAM eTap AXS.
Die Ergopower-Hebel der Super Record folgen dem “One-Lever-One-Action”-Prinzip: Jeder Hebel führt genau eine Aktion aus, was ungewollte Fehlbedienungen ausschließt. Titan-Schrauben, Carbon-Komponenten und keramikgelagerte Kurbeln (Cult-Lager) kennzeichnen die Topausführungen.
Das Gewicht der vollständigen Super Record WRL-Gruppe liegt bei etwa 1.680 Gramm. Die mechanische Version kommt auf etwa 1.750 Gramm.
Campagnolo im Vergleich mit Shimano und SRAM
| Merkmal | Campagnolo | Shimano | SRAM |
|---|---|---|---|
| Ursprungsland | Italien (Vicenza) | Japan (Sakai) | USA (Chicago) |
| Einstiegspreis Gruppe | höher | niedriger | mittel |
| Bedienkonzept | Ergopower (2 Hebel) | STI (integriert) | DoubleTap / eTap |
| Kompatibilität | nur Campagnolo | teilweise offen | nur SRAM |
| Elektronik-Einstieg | Chorus EPS | 105 Di2 | Rival AXS |
| Drahtlos-Option | Super Record WRL | nein (Stand 2025) | alle AXS-Gruppen |
| Reparierbarkeit | gut, Händler nötig | gut, einfacher | moderat |
| Verbreitung Händlernetz | spezialisiert | sehr weit | weit |
| Ergonomie langer Ausfahrten | hervorragend | sehr gut | sehr gut |
Ein praktischer Hinweis zum Händlernetz: Campagnolo-Komponenten sind nicht in jedem Fahrradladen erhältlich. Wer eine Campagnolo-Schaltung fährt, sollte sich im Vorfeld über spezialisierte Händler in der Nähe informieren und bei internationalen Reisen Ersatzteile mitführen, weil die Verfügbarkeit regional stark variiert.
Kaufberatung: Welche Gruppe passt zu welchem Fahrer?
Einsteiger und Umsteiger
Wer zum ersten Mal Campagnolo fährt, startet am besten mit Centaur oder Potenza. Das System erfordert Eingewöhnung, besonders wenn zuvor Shimano-STI-Hebel genutzt wurden. Das Bedienkonzept funktioniert nach etwa zwei bis drei Ausfahrten intuitiv und viele Fahrer empfinden es danach als natürlicher als die Shimano-Alternative.
Sportive Hobbysportler
Für ambitionierte Hobbyfahrer mit regelmäßigen Touren über 80 bis 150 Kilometer bietet die Chorus-Gruppe das beste Campagnolo-Einstiegsniveau in den Sportbereich. Die 12-fach-Version mit Scheibenbremse ist dabei die modernste Konfiguration und bietet Bremssicherheit für alle Witterungen.
Enthusiasten und Wettkampffahrer
Die Record-Gruppe bietet den besten Kompromiss zwischen Profiqualität und Preis. Wer nicht das volle Super-Record-Budget ausgeben möchte, aber spürbar mehr Leistung als Chorus sucht, findet hier die ideale Balance. Alle Materialien und Verarbeitungsdetails der Topgruppe finden sich auch in Record, wenn auch nicht in den extremsten Leichtbauoptionen.
Wartung und Werkzeug: Was du wissen solltest
Campagnolo erfordert bei der Wartung mehr Aufmerksamkeit als Shimano. Einige Punkte sind wichtig:
- Campagnolo-spezifisches Werkzeug: Der Kettennieter für Campagnolo-Ketten ist nicht mit Shimano-Kettenniettern identisch. Wer die Kette selbst tauscht, benötigt das richtige Werkzeug.
- Ultra-Torque-Kurbel: Die Kurbel ist innen verschraubt und benötigt einen langen 10-Millimeter-Inbusschlüssel sowie das korrekte Anzugsmoment.
- Torx-Schrauben: An den Ergopower-Hebeln kommen Torx-Schrauben zum Einsatz, die ein entsprechendes Bit erfordern.
- Kassetten-Inkompatibilität: Campagnolo-Kassetten verwenden keinen HG-Freilaufkörper. Wer Laufräder von Shimano oder anderen Herstellern mit Campagnolo kombinieren möchte, benötigt einen Adapter oder einen passenden Freilaufkörper.
- Technische Dokumentation: Campagnolo stellt auf seiner Website umfangreiche Bedienungsanleitungen und technische Handbücher bereit, die bei Montage und Einstellung helfen.
Einsatzmöglichkeiten im Alltag und Sport
Auf langen Sportausfahrten zeigt das Ergopower-System seine Stärken besonders deutlich. Nach vier bis fünf Stunden auf dem Rad können Hände und Unterarme ermüden, was bei integrierten STI-Hebeln manchmal dazu führt, dass Schalt- und Bremsvorgänge verwechselt werden. Das separate Daumen-Konzept von Campagnolo verhindert dieses Problem konstruktiv.
Bei alpinen Abfahrten und langen Bergpassagen bietet das direkte Schaltverhalten der Ergopower-Hebel präzise Kontrolle über die Gangwahl. Besonders die Möglichkeit, mit dem Daumenhebel mehrere Gänge auf einmal zu schalten, spart Zeit auf Zielgeraden und bei Tempowechseln am Berg.
Für Gran-Fondo-Veranstaltungen und Radmarathons ist Campagnolo die Wahl vieler erfahrener Amateurfahrer, die Wert auf Haptik, Zuverlässigkeit und das charakteristische Schaltgefühl legen. Chorus und Record gelten in diesem Segment als ausgezeichnete Begleiter, die nach vielen tausend Kilometern noch dieselbe Präzision liefern wie am ersten Tag.
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