
Die besten Fahrradhelme im Vergleich: Worauf du beim Kauf achten solltest
Jeden Monat analysieren wir auf Pedali über Fahrradhelm-Angebote. Dabei fallen uns Muster auf: Manche Helme werden ständig reduziert und trotzdem kaum gekauft. Andere sind seit Monaten ausverkauft, obwohl sie teurer sind. Was macht den Unterschied?
Dieser Ratgeber kombiniert Testergebnisse, Nutzerfeedback und unsere eigenen Beobachtungen aus drei Jahren Preisvergleich. Hier erfährst du, welche Helme wirklich überzeugen und warum einige “Bestseller” ihr Geld nicht wert sind.
Die 3 häufigsten Fehler beim Helmkauf (die uns in Kundenbewertungen auffallen)
- Fehler #1: Den erstbesten Helm nehmen, der "irgendwie passt":
67% der Helme, die zurückgeschickt werden, sind laut Händlern “zu groß bestellt”. Das Problem: Viele Leute messen nicht richtig oder verlassen sich auf veraltete Größenangaben. Ein Uvex in M passt anders als ein Giro in M. **Unser Tipp aus der Praxis: **Miss deinen Kopfumfang 1 cm über den Augenbrauen. Wenn du zwischen zwei Größen liegst, nimm bei Uvex, Alpina und Abus die kleinere. Diese Marken fallen großzügiger aus. Bei Giro und Specialized eher die größere.
- Fehler #2: Auf "Testsieger" hereinfallen, ohne das Testdatum zu prüfen:
Wir sehen ständig Helme, die mit “Testsieger 2021” beworben werden. Das Problem: Die Helmtechnologie hat sich weiterentwickelt. Ein 3 Jahre alter Testsieger ist heute oft schlechter als ein aktuelles Mittelklasse-Modell und meistens sogar teurer. Beispiel: Der KED Champion war 2021 Testsieger bei Stiftung Warentest. Kostete damals 89€, kostet heute noch 85€. Der neuere Uvex i-vo cc (Testsieger 2023) bietet besseren Schutz und kostet aktuell nur 58€.
- Fehler #3: Premium-Helme kaufen, obwohl die Basis-Version reicht:
Abus GameChanger 2.0: 169€. Abus GameChanger 2.0 MIPS: 219€. Unterschied? Eine zusätzliche MIPS-Schicht, die das Gewicht um 15g erhöht. Lohnt sich das? **Unsere Analyse: **Nur wenn du sportlich fährst (>25 km/h im Schnitt) oder lange Strecken (>50km) zurücklegst. Für Stadtfahrer und Gelegenheits-Radler ist die Standard-Version mehr als ausreichend.
Warum überhaupt einen Fahrradhelm tragen?
Bei einem Sturz vom Fahrrad triffst du mit 15-25 km/h auf den Asphalt – eine Aufprallenergie, die zu Schädelbrüchen, Gehirnerschütterungen oder schwereren Hirnverletzungen führen kann. Der Helm funktioniert dabei als Knautschzone: Die EPS-Schaumstoffschicht im Inneren verformt sich beim Aufprall und wandelt kinetische Energie in Verformungsarbeit um.
Gesetzliche Lage in Deutschland: Eine generelle Helmpflicht gibt es nicht. Mit einer Ausnahme: Wer mit einem S-Pedelec (bis 45 km/h) fährt, muss einen geeigneten Schutzhelm tragen. Bei Verstößen droht ein Bußgeld von 15 Euro.
Helmtypen: Was du wirklich brauchst (basierend auf Kaufverhalten)
Die meisten Ratgeber unterscheiden zwischen City-, Trekking-, Rennrad- und MTB-Helmen. Das ist theoretisch richtig, praktisch aber zu kompliziert. Hier unsere vereinfachte Übersicht nach tatsächlichem Nutzungsverhalten:
Typ 1: Der Alltagshelm (68% aller Käufe auf Pedali)
Wofür: Stadtfahrten, Pendeln bis 10km, Einkaufen, Kinder zur Schule bringen
Must-haves:
- Gewicht unter 300g
- Gute Belüftung (sonst trägst du ihn nicht)
- Reflektoren oder integriertes Licht
- Einfaches Verstellsystem (kein Fummel-Drehrad)
Nice-to-have:
- Abnehmbares Polster zum Waschen
- Insektenschutz
- Modernes Design (erhöht Trageakzeptanz)
Preis-Leistungs-Sieger laut unserer Analyse:
- Cratoni C-Bolt (43-49€): Seit 18 Monaten konstant gute Bewertungen, minimale Reklamationsquote
- Uvex City 9 (52-65€): Beliebt bei Pendlern, wird oft nachgekauft (= Leute sind zufrieden)
- Abus Hyban 2.0 (79-95€): Wenn dir Style wichtig ist, integriertes LED-Licht
Typ 2: Der Sporthelm (22% aller Käufe)
Wofür: Rennrad, ambitioniertes MTB, regelmäßige Touren >30km
Must-haves:
- Gewicht unter 250g
- Maximale Belüftung
- Aerodynamisches Design
- MIPS oder vergleichbarer Rotationsschutz
Häufiger Fehler: Viele kaufen hier zu teuer. Ein 300€-Helm ist 50g leichter als ein 150€-Helm. Diese 50g spürst du nach 20km nicht mehr – den Preisunterschied aber schon.
Unsere Empfehlung:
- Giro Syntax MIPS (84-130€): Bestes Preis-Leistungs-Verhältnis im Sport-Segment
- POC Omne Air MIPS (115-145€): Wenn dir skandinavisches Design gefällt
- Specialized Propero 4 (99-120€): Sehr gute Passform für breite Köpfe
Typ 3: Der Kinderhelm (10% aller Käufe)
Wofür: Kinder 2-12 Jahre
Das Wichtigste: Der beste Helm ist der, den dein Kind freiwillig trägt. Design > Technik bei Kindern.
Must-haves:
- Magnetverschluss (kein Klemmen am Kinn)
- Gewicht unter 230g
- Helle Farben oder Lieblingsmotive
- Gute Belüftung (Kinder schwitzen schneller)
Bestseller bei uns (Februar 2025):
- Uvex Kid 3 (35-45€): Klassiker, viele Designs, passt den meisten
- Alpina Ximo Flash (42-55€): Mit Rücklicht, bei älteren Kids beliebt
- Nutcase Little Nutty (55-70€): Wenn Style wichtig ist, viele bunte Muster
Helmtechnologien: Was steckt dahinter?
- In-Mold-Konstruktion: Die Außenschale aus Polycarbonat wird direkt mit dem EPS-Schaum verschweißt. Vorteile: geringeres Gewicht, bessere Stoßdämpfung, höhere Stabilität. Mittlerweile Standard bei den meisten Qualitätshelmen.
- WaveCel & Koroyd: Alternative Schutzsysteme zu MIPS. WaveCel verwendet eine wabenförmige Struktur, Koroyd setzt auf röhrenförmige Elemente. Beide Technologien sollen Rotations- und Linearkräfte gleichzeitig absorbieren.
- Integrierte Beleuchtung: LED-Lichter am Helm erhöhen die Sichtbarkeit erheblich, besonders in der Dämmerung. Studien zeigen: Die Erkennungsweite steigt von 40 auf bis zu 140 Meter. Achte auf austauschbare Batterien oder USB-Ladefunktion.
- MIPS (Multi-directional Impact Protection System): Bei etwa 80 Prozent aller Fahrradunfälle trifft der Kopf schräg auf. MIPS besteht aus einer beweglichen Innenschale, die sich beim Aufprall bis zu 15 mm gegenüber der Außenschale verschieben kann. Das reduziert Rotationskräfte auf das Gehirn um bis zu 40 Prozent. Erkennbar am gelben MIPS-Logo im Helminneren.
MIPS: Lohnt sich der Aufpreis wirklich?
MIPS (Multi-directional Impact Protection System) soll bei schrägen Aufprällen schützen. Klingt gut, kostet aber 20-40€ Aufpreis. Lohnt sich das?
Unsere Marktbeobachtung:
- 2022: 34% aller verkauften Helme hatten MIPS
- 2024: 61% aller verkauften Helme haben MIPS
- Trend: MIPS wird Standard, nicht Premium-Feature
Was das bedeutet: Wenn du heute einen Helm ohne MIPS kaufst, bekommst du in 1-2 Jahren Schwierigkeiten beim Wiederverkauf. MIPS ist mittlerweile Marktstandard.
Wann MIPS Pflicht ist:
- Sportliches Fahren (Rennrad, MTB)
- E-Bikes über 25 km/h
- Tägliches Pendeln im Stadtverkehr
Wann MIPS optional ist:
- Gelegenheitsfahrten unter 15 km/h
- Kurze Strecken auf Radwegen
- Kinder unter 6 Jahren (andere Sturzphysik)
Die perfekte Passform: So sitzt der Helm richtig
Ein schlecht sitzender Helm bietet nur halben Schutz. So findest du die richtige Größe:
1. Kopfumfang messen Lege ein flexibles Maßband etwa 1 cm über den Augenbrauen um den Kopf. Die meisten Erwachsenen haben einen Umfang zwischen 54 und 62 cm.
Größentabelle:
- XS: 51-55 cm
- S: 55-58 cm
- M: 58-61 cm
- L: 61-65 cm
2. Sitzprobe durchführen
- Der Helm sollte waagerecht sitzen, etwa 2 cm über den Augenbrauen
- Bei geöffnetem Kinnriemen darf der Helm beim Kopfschütteln nicht verrutschen
- Zwischen Riemen und Kinn passt ein Finger
- Die seitlichen Riemen bilden ein Dreieck unter dem Ohr
3. Verstellsystem einstellen Die meisten Helme haben ein Drehrad am Hinterkopf. Ziehe es so fest, dass der Helm sitzt, ohne zu drücken. Bei starkem Kopfschütteln sollte sich nichts bewegen.
Häufige Fehler:
- Helm zu weit hinten (schützt Stirn nicht)
- Kinnriemen zu locker (Helm kann sich beim Sturz verschieben)
- Zu große Größe gewählt (verrutscht)
Kinderhelme: Darauf kommt es an
Kinder haben einen anderen Körperschwerpunkt als Erwachsene – der Kopf ist proportional größer und schwerer. Deshalb sind spezielle Kinderhelme wichtig:
- Robustere Schale für zusätzlichen Schutz bei typischen Kinderstürzen
- Leuchtende Farben und Reflektoren für bessere Sichtbarkeit
- Leicht bedienbarer Verschluss – Magnetschnallen statt komplizierte Klickverschlüsse
- Geringeres Gewicht (unter 250 g) für schwächere Nackenmuskulatur
- Gute Belüftung für höhere Temperaturempfindlichkeit
Wichtig: Kinderhelme haben eine kürzere Lebensdauer, da Kinder schnell wachsen. Kontrolliere mindestens halbjährlich, ob der Helm noch passt.
Helme für E-Bikes und S-Pedelecs: Besondere Anforderungen
Normale E-Bikes (bis 25 km/h): Hier reicht ein handelsüblicher Fahrradhelm nach DIN EN 1078. Empfehlenswert sind jedoch Modelle mit:
- Verstärktem Hinterkopfschutz
- Integrierter Beleuchtung
- Reflektierenden Elementen
S-Pedelecs (bis 45 km/h): Gesetzlich vorgeschrieben ist ein Helm nach NTA 8776. Diese niederländische Norm verlangt:
- Erweiterte Schutzzone (mehr Abdeckung am Hinterkopf und an den Schläfen)
- Höhere Stoßdämpfungswerte
- Strengere Tests bei höheren Geschwindigkeiten
Zertifizierte S-Pedelec-Helme kosten zwischen 100 und 250 Euro. Motorradhelme erfüllen die Anforderungen ebenfalls, sind aber oft schwerer und unkomfortabler beim Radfahren.
Was sagen die Tests? Stiftung Warentest und ADAC im Vergleich
Im letzten großen Fahrradhelm-Test (2024) prüfte Stiftung Warentest 28 Modelle. Bewertungskriterien:
- Unfallschutz (50%): Stoßdämpfung, Abstreifsicherheit, Belastbarkeit der Riemen
- Handhabung (30%): An- und Ausziehen, Verstellsystem, Gebrauchsanleitung
- Komfort (10%): Polsterung, Belüftung, Gewicht
- Hitzebeständigkeit (5%): Formstabilität bei hohen Temperaturen
- Schadstoffe (5%): PAK, Weichmacher
Wichtig: Einige günstige Helme fielen durch erhöhte Schadstoffwerte (PAK) durch. Achte auf das Testurteil bei Schadstoffen.
Was kostet ein guter Fahrradhelm?
30-50 Euro: Einsteigerklasse
- Grundlegender Schutz nach DIN EN 1078
- Einfaches Verstellsystem
- Standardbelüftung
- Gewicht: 300-400 g
- Für Gelegenheitsfahrer ausreichend
50-100 Euro: Mittelklasse
- Bessere Materialien und Verarbeitung
- In-Mold-Konstruktion
- Teilweise mit MIPS
- Integriertes Licht oder Reflektoren
- Gewicht: 250-320 g
- Beste Preis-Leistung für Alltagsfahrer
100-200 Euro: Premiumklasse
- MIPS oder vergleichbare Rotationsschutzsysteme
- Hochwertige Polsterung
- Optimierte Aerodynamik
- Geringes Gewicht (unter 280 g)
- Für ambitionierte Sportler und tägliche Vielfahrer
Über 200 Euro: High-End
- Maximale Gewichtsersparnis
- Professionelle Aerodynamik
- Premium-Features (magnetischer Verschluss, integriertes Kommunikationssystem)
- Für Rennradfahrer und anspruchsvolle Sportler
Welche Modelle überzeugen in der Praxis?
- Bester City-Helm: Uvex Urban Planet LED:
- Preis: ca. 120 €
- Gewicht: 330 g
- Integriertes LED-Rücklicht, 360°-Reflektoren, herausnehmbares Polster
- Ideal für: Stadtfahrer, Pendler, Alltagsradler
- Bester Kinderhelm: Alpina Pico Flas:
- Preis: ca. 55 €
- Gewicht: 220 g
- Integriertes Rücklicht, leuchtende Farben, Magnetverschluss
- Ideal für: Kinder 4-9 Jahre, Freizeitfahrten
- Bestes Preis-Leistungs-Verhältnis: Cratoni C-Bolt:
- Preis: ca. 45 €
- Gewicht: 295 g
- Solider Unfallschutz, gute Verarbeitung, mehrere Farben
- Ideal für: Preisbewusste Einsteiger, Gelegenheitsfahrer
- Sportlicher Testsieger: Abus GameChanger 2.0:
- Preis: ca. 170 €
- Gewicht: 250 g (Größe M)
- Aerodynamisches Design, hervorragende Belüftung, mehrfach ausgezeichnet
- Ideal für: Rennradfahrer, ambitionierte Sportler
- S-Pedelec-Empfehlung: Cratoni Vigor:
- Preis: ca. 140 €
- Gewicht: 420 g
- NTA 8776-Zertifizierung, erweiterter Schutzbereich, abnehmbares Visier
- Ideal für: S-Pedelec-Fahrer, schnelle E-Biker
- Bester Allrounder: Giro Syntax MIPS:
- Preis: ca. 130 €
- Gewicht: 275 g (Größe M)
- MIPS-Technologie, 25 Belüftungsöffnungen, Roc Loc 5 Air-Verstellsystem
- Ideal für: Tourenfahrer, Pendler, Freizeitsportler
Häufige Fragen zum Fahrradhelm
Muss der Helm nach jedem Sturz ersetzt werden? Ja, auch wenn keine sichtbaren Schäden erkennbar sind. Der EPS-Schaum kann mikroskopische Risse haben, die die Schutzwirkung beeinträchtigen.
Kann ich einen Skihelm zum Radfahren nutzen? Nein. Skihelme sind für andere Aufprallarten konzipiert und haben meist zu wenig Belüftung für sommerliches Radfahren.
Wie transportiere ich den Helm sicher? Niemals am Lenker baumeln lassen – er kann in die Speichen geraten. Besser: in einen Rucksack oder spezielle Helmhalterungen am Rahmen.
Können gebrauchte Helme sicher sein? Nicht empfehlenswert. Du kennst die Vorgeschichte nicht, denn ein Sturz des Vorbesitzers kann den Helm bereits beschädigt haben.
Helfen Fahrradkappen unter dem Helm? Im Winter ja, für Wärme. Im Sommer beeinträchtigen sie die Belüftung. Achte darauf, dass die Passform weiterhin stimmt.
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Ein Fahrradhelm ist weit mehr als nur Kopfschutz. Er ist dein täglicher Begleiter und kann im Ernstfall über deine Gesundheit entscheiden. Wenn du regelmäßig fährst, lohnt sich ein genauer Blick auf Passform, Technologie und Ausstattung.
Viele Helme bieten dir zusätzlichen Komfort, smarte Features und stylisches Design. Wichtig ist, dass du ein Modell findest, das zu dir und deinem Fahrverhalten passt. Lass dich von Tests, Tabellen und Kundenmeinungen unterstützen und probiere verschiedene Varianten aus.
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