Flat Pedal ist der englische Begriff für Plattformpedal oder Bärentatze. Diese Pedale zeichnen sich durch ihre große, flache Trittfläche aus und können mit normalen Schuhen genutzt werden. Im Gegensatz zu Klickpedalen sind Flat Pedals nicht mit speziellen Fahrradschuhen verbunden, was dir maximale Bewegungsfreiheit bietet. Sie sind besonders im Mountainbike-Bereich beliebt, wo schnelles Absetzen des Fußes in technischem Gelände wichtig ist.
Flache Plattform: Sie bieten eine große, flache Trittfläche, die typischerweise zwischen 100 und 120 Millimeter lang und 90 bis 110 Millimeter breit ist. Die große Auflagefläche verteilt den Druck gleichmäßig auf die Schuhsohle und erhöht den Komfort, besonders bei längeren Fahrten.
Pins für Grip: Viele Flat Pedals haben kleine Metallpins (Stifte), die 3 bis 6 Millimeter aus der Plattform herausragen und für zusätzlichen Halt sorgen, besonders bei rutschigen Bedingungen. Die Anzahl variiert zwischen 8 und 20 Pins pro Seite. Hochwertige Modelle haben austauschbare und in der Länge verstellbare Pins.
Kein Klickmechanismus: Im Gegensatz zu Klickpedalen sind Flat Pedals nicht mit den Schuhen verbunden, was mehr Bewegungsfreiheit bietet. Du kannst jederzeit schnell den Fuß absetzen, was besonders in technischem Gelände oder im Stadtverkehr von Vorteil ist.
Beidseitig nutzbar: Flat Pedals sind auf beiden Seiten identisch, sodass du nicht darauf achten musst, das Pedal richtig auszurichten. Das erleichtert das Anfahren und ist besonders für Einsteiger komfortabel.
| Typ | Größe (mm) | Gewicht (g) | Pins | Einsatzbereich | Preis |
|---|---|---|---|---|---|
| BMX Flat Pedal | 100 x 100 | 300 bis 450 | 8 bis 12 | BMX, Street, Park | 20 bis 80 Euro |
| Trail Flat Pedal | 100 x 110 | 350 bis 450 | 10 bis 16 | All Mountain, Trail | 40 bis 120 Euro |
| Enduro/Downhill Flat Pedal | 110 x 115 | 400 bis 500 | 14 bis 20 | Enduro, Downhill, Freeride | 80 bis 200 Euro |
| XC Flat Pedal | 95 x 100 | 280 bis 380 | 8 bis 12 | Cross Country, Marathon | 30 bis 100 Euro |
| City/Trekking Flat Pedal | 90 x 95 | 300 bis 500 | 0 bis 8 | City, Alltag, Pendeln | 15 bis 50 Euro |
BMX-Pedale sind kompakt und robust gebaut, um harte Stürze und Impacts zu überstehen. Sie haben meist eine quadratische Form von etwa 100 x 100 Millimetern und relativ wenige, aber massive Pins. Die Plattform ist oft aus gehärtetem Aluminium oder Nylon gefertigt. Sie eignen sich für Street, Park und Flatland-BMX, wo Tricks und Sprünge im Vordergrund stehen.
Trail-Pedale sind die vielseitigsten Flat Pedals. Sie bieten eine gute Balance zwischen Grip, Gewicht und Plattformgröße. Mit 10 bis 16 Pins pro Seite und einer Größe von etwa 100 x 110 Millimetern sind sie ideal für All-Mountain- und Trail-Fahrer, die sowohl Uphills als auch technische Abfahrten meistern wollen. Sie wiegen zwischen 350 und 450 Gramm pro Paar.
Diese Pedale sind die größten und robustesten Vertreter ihrer Klasse. Mit Abmessungen von bis zu 110 x 115 Millimetern und 14 bis 20 Pins pro Seite bieten sie maximalen Grip bei aggressivem Fahrstil. Sie sind für harte Schläge ausgelegt und haben oft eine konkave Form, die den Fuß zusätzlich zentriert. Das höhere Gewicht (400 bis 500 Gramm) ist bei Gravity-Disziplinen weniger relevant, da Stabilität und Grip Vorrang haben.
Cross-Country-Pedale sind die leichtesten Flat Pedals. Sie wiegen oft unter 350 Gramm und haben eine kompakte Plattform (95 x 100 Millimeter) mit weniger Pins. Der Fokus liegt auf Gewichtsersparnis, während der Grip für die weniger technischen XC-Strecken ausreicht. Für XC-Fahrer sind jedoch oft Klickpedale die bevorzugte Wahl.
Diese Pedale sind einfache Alltagsbegleiter ohne aggressive Pins. Sie haben oft eine glatte oder leicht geriffelte Oberfläche und sind aus Kunststoff oder Aluminium gefertigt. Mit Reflektoren ausgestattet erfüllen sie die StVZO-Anforderungen. Sie sind ideal für Pendler und Freizeitfahrer, die bequem mit normalen Schuhen fahren möchten.
Aluminium: Die meisten hochwertigen Flat Pedals bestehen aus CNC-gefrästem Aluminium. Es bietet die beste Kombination aus Gewicht, Stabilität und Haltbarkeit. Hochwertige Legierungen wie 6061-T6 oder 7075-T6 Aluminium sind besonders stabil und korrosionsbeständig.
Magnesium: Einige High-End-Pedale nutzen Magnesium, um Gewicht zu sparen. Magnesium ist leichter als Aluminium, aber auch teurer und weniger schlagfest. Diese Pedale sind für gewichtsbewusste XC- und Trail-Fahrer interessant.
Composite/Nylon: Günstigere Pedale oder spezielle BMX-Modelle bestehen aus faserverstärktem Kunststoff. Sie sind leicht, preiswert und verschleißen schonender, wenn sie Hindernisse touchieren. Allerdings sind sie weniger langlebig als Metallpedale und können bei harten Impacts brechen.
Titan-Achsen: Hochwertige Pedale verwenden Titan oder Chrom-Molybdän-Stahl für die Achse, um Gewicht zu sparen und Korrosion zu verhindern. Die Achse ist das am stärksten belastete Bauteil und sollte robust sein.
Die Pins (Stifte) sind entscheidend für den Grip von Flat Pedals. Ihre Anzahl, Länge, Position und Austauschbarkeit beeinflussen die Performance erheblich.
Anzahl: Trail-Pedale haben typischerweise 10 bis 16 Pins pro Seite, Enduro-Pedale 14 bis 20. Mehr Pins bedeuten nicht automatisch mehr Grip, sondern eine gleichmäßigere Verteilung des Drucks. Zu viele Pins können die Schuhsohle zu stark beanspruchen.
Länge: Pins ragen üblicherweise 3 bis 6 Millimeter aus der Plattform. Längere Pins bieten mehr Grip, besonders bei weichen Schuhsohlen, können aber aggressiver sein und die Schuhe schneller verschleißen. Bei vielen Pedalen lässt sich die Pin-Länge durch Austausch variieren.
Material: Hochwertige Pins bestehen aus gehärtetem Stahl oder Edelstahl. Günstige Modelle haben Aluminium-Pins, die sich schneller abnutzen.
Austauschbarkeit: Gute Flat Pedals haben austauschbare Pins mit Inbusgewinde. So kannst du abgenutzte oder verlorene Pins ersetzen und die Pin-Länge an deine Bedürfnisse anpassen.
Form: Einige Pedale haben eine leicht konkave Form, die den Fuß zentriert und zusätzlichen Halt bietet. Diese konkave Bauweise ist besonders bei Enduro- und Downhill-Pedalen verbreitet.
Die Wahl zwischen Flat Pedals und Klickpedalen ist eine der grundlegenden Entscheidungen im Mountainbike-Sport.
Vorteile von Flat Pedals:
Nachteile von Flat Pedals:
Vorteile von Klickpedalen:
Nachteile von Klickpedalen:
Viele erfahrene Mountainbiker bevorzugen Flat Pedals für technische Trails und Bikeparks, während sie für lange Touren oder Rennen Klickpedale nutzen.
Anfänger: Flat Pedals sind ideal für den Einstieg ins Mountainbiken. Du kannst mit normalen Sportschuhen fahren und musst keine Angst haben, im kritischen Moment nicht aus dem Pedal zu kommen.
Downhill und Enduro-Fahrer: In technischem Gelände mit vielen Hindernissen ist die Möglichkeit, schnell den Fuß abzusetzen, Gold wert. Die meisten Gravity-Fahrer bevorzugen Flat Pedals.
Park und Street-Fahrer: Für Tricks, Sprünge und spielerisches Fahren sind Flat Pedals unverzichtbar. Die Bewegungsfreiheit ermöglicht Manöver, die mit Klickpedalen unmöglich wären.
Pendler und Stadtfahrer: Im urbanen Umfeld mit häufigem Anhalten und Anfahren sind Flat Pedals praktischer als Klickpedale. Du kannst mit normalen Schuhen fahren und musst nicht die Klickschuhe mit ins Büro nehmen.
Touren- und Bikepacking-Fahrer: Wer viel schiebt oder Passagen läuft, schätzt die Gehfähigkeit normaler Schuhe. Flat Pedals mit flachen Trekkingschuhen sind hier oft komfortabler als MTB-Klickpedale.
Größe der Plattform: Wähle die Pedalgröße passend zu deiner Schuhgröße. Für Schuhgröße 42 bis 44 sind 100 x 110 Millimeter ideal, größere Füße (45+) profitieren von 110 x 115 Millimeter großen Pedalen.
Gewicht: Für Gravity-Disziplinen ist das Gewicht sekundär, Trail- und XC-Fahrer sollten auf leichte Modelle unter 400 Gramm achten.
Lagerqualität: Versiegelte Industrielager (sealed bearings) sind langlebiger und wartungsärmer als einfache Gleitlager. Hochwertige Pedale haben oft mehrere Lager pro Seite.
Pin-Ausstattung: Achte auf austauschbare Pins mit Inbus- oder Torx-Gewinde. Die Pin-Anzahl sollte zum Einsatzbereich passen: 10 bis 12 für XC, 14 bis 18 für Trail/Enduro.
Achslänge: Standard ist 9 bis 12 Millimeter. Für breite Kurbelarme oder zur Vergrößerung des Q-Faktors gibt es Wide-Body-Varianten mit 15 bis 20 Millimeter Achslänge.
Preis-Leistung: Einsteigerpedale gibt es ab 30 Euro, solide Mittelklasse-Modelle kosten 60 bis 100 Euro. High-End-Pedale mit Titan-Achsen und optimiertem Gewicht liegen bei 150 bis 200 Euro.
Die Schuhwahl ist bei Flat Pedals fast so wichtig wie das Pedal selbst. Spezielle Flat-Pedal-Schuhe haben eine weiche, klebrige Gummisohle (ähnlich wie Kletterschuhe), die mit den Pins optimal zusammenarbeitet.
Sohlentypen:
Sohlenprofil: Ein flaches Profil ohne tiefe Rillen bietet den besten Kontakt zu den Pins. Zu weiche Sohlen verschleißen schnell, zu harte bieten weniger Grip.
Schuhgröße und Pedalposition: Dein Fuß sollte so auf dem Pedal stehen, dass die Pedalachse unter dem Fußballen liegt. Das ermöglicht optimale Kraftübertragung und Kontrolle.
Flat Pedals sind relativ wartungsarm, dennoch verlängert regelmäßige Pflege ihre Lebensdauer erheblich.
Reinigung: Entferne nach schlammigen Ausfahrten Schmutz von der Plattform und aus den Lagern. Ein Gartenschlauch oder eine weiche Bürste reichen meist aus. Vermeide Hochdruckreiniger, da diese Wasser ins Lager drücken können.
Pin-Kontrolle: Prüfe regelmäßig, ob alle Pins fest sitzen und nicht abgenutzt sind. Tausche fehlende oder stark abgenutzte Pins aus. Eine Tube Schraubensicherung (mittelfest) verhindert, dass sich Pins während der Fahrt lösen.
Lager-Wartung: Bei versiegelten Industrielagern ist kaum Wartung nötig. Wenn das Pedal schwergängig wird oder Spiel hat, ist ein Lagerwechsel fällig. Dies sollte alle 1.000 bis 3.000 Kilometer erfolgen, je nach Nutzung und Bedingungen.
Achsen-Fettung: Das Gewinde der Pedalachse sollte beim Wechsel leicht gefettet werden, um Korrosion zu verhindern und das spätere Lösen zu erleichtern.
Schutz: Bei längerer Lagerung oder Transport kannst du die Pins mit Tape abkleben, um Verletzungen zu vermeiden und andere Ausrüstung zu schützen.
Was ist der Unterschied zwischen Flat Pedal und Plattformpedal? Es gibt keinen Unterschied. “Flat Pedal” ist die englische Bezeichnung, “Plattformpedal” die deutsche. Beide Begriffe beschreiben dasselbe Pedal mit flacher Trittfläche ohne Klickmechanismus. Umgangssprachlich wird auch der Begriff “Bärentatze” verwendet.
Wie viele Pins sollte ein gutes Flat Pedal haben? Das hängt vom Einsatzbereich ab. Trail-Pedale haben typischerweise 10 bis 16 Pins pro Seite, Enduro- und Downhill-Pedale 14 bis 20. Mehr Pins bedeuten nicht automatisch mehr Grip, sondern eine gleichmäßigere Druckverteilung. Wichtiger als die Anzahl sind Qualität, Länge und Austauschbarkeit der Pins.
Welche Schuhe eignen sich für Flat Pedals? Spezielle Flat-Pedal-Schuhe mit weicher, klebriger Gummisohle (z.B. Stealth Rubber oder Vibram MegaGrip) bieten den besten Grip. Alternativ funktionieren auch Skate-Schuhe oder robuste Sportschuhe mit flacher Sohle. Vermeide Schuhe mit stark profilierter oder harter Sohle, da diese weniger Halt bieten.
Sind Flat Pedals besser als Klickpedale? Das hängt vom Einsatzbereich ab. Flat Pedals bieten mehr Bewegungsfreiheit und sind ideal für technisches Gelände, Anfänger und Bikeparks. Klickpedale sind effizienter bei langen Touren und steilen Anstiegen. Viele Mountainbiker nutzen beide Systeme je nach Situation.
Wie groß sollte ein Flat Pedal sein? Die Pedalgröße sollte zu deiner Schuhgröße passen. Für Schuhgröße 42 bis 44 sind 100 x 110 Millimeter ideal. Größere Füße (45+) profitieren von 110 x 115 Millimeter großen Pedalen. Kleinere Füße (unter 40) kommen auch mit 95 x 100 Millimeter gut zurecht.
Können Flat Pedals Verletzungen verursachen? Ja, die Pins können bei Kontakt mit dem Schienbein schmerzhafte Verletzungen verursachen. Dies passiert häufig bei Anfängern oder wenn das Pedal beim Trick oder Sturz hochschlägt. Schienbeinschoner können schützen. Mit Erfahrung werden solche Unfälle seltener.
Wie oft muss ich die Lager bei Flat Pedals warten? Bei versiegelten Industrielagern ist eine Wartung alle 1.000 bis 3.000 Kilometer ausreichend, je nach Bedingungen. Wenn das Pedal schwergängig wird, knarzt oder Spiel hat, ist eine Wartung fällig. Einfache Gleitlager müssen häufiger gewartet werden.
Kann ich mit Flat Pedals auch längere Touren fahren? Ja, das ist problemlos möglich. Für sehr lange Touren oder Mehrtagestouren bevorzugen viele Fahrer jedoch Klickpedale, da diese effizienter sind. Mit den richtigen Flat-Pedal-Schuhen und guten Pedalen sind aber auch Tagestouren von 100+ Kilometern komfortabel möglich.
Brauche ich als Anfänger teure Flat Pedals? Nein, für den Einstieg reichen Mittelklasse-Pedale für 40 bis 70 Euro völlig aus. Wichtig ist, dass sie austauschbare Pins und versiegelte Lager haben. Wenn du merkst, dass du regelmäßig fährst und anspruchsvolle Trails angehst, kannst du auf hochwertigere Modelle upgraden.