
Die besten Laufräder für Kinder: Ein Vergleich der Top-Modelle
Laufräder bereiten Kinder spielerisch auf das spätere Fahrradfahren vor. Sie trainieren Gleichgewicht, Koordination und Bewegungsabläufe, ohne dass Stützräder oder ständige Hilfe nötig sind. Doch welches Modell passt zu deinem Kind? Wir haben uns die beliebtesten Laufräder aus unserem Sortiment angeschaut und vergleichen ihre Stärken und Schwächen.
Woom GO 1: Der Leichtgewicht-Champion
Mit nur 2,92 Kilogramm gehört das Woom GO 1 zu den leichtesten Laufrädern am Markt. Dieser geringe Wert macht das Rad besonders wendig und ermöglicht es selbst sehr jungen Kindern, es mühelos zu handhaben. Der tief gezogene Aluminiumrahmen erleichtert das Aufsteigen erheblich, während die extradünnen Griffe auch kleinen Händen sicheren Halt bieten.
Eine Besonderheit ist die werkzeuglos einstellbare Bremse, die einzige im aktuellen Testfeld mit dieser Funktion. Der froschgrüne Bremshebel lässt sich perfekt an die Handgröße anpassen. Dank ovaler Sattelstütze verdreht sich der Sattel nicht mehr, ein praktisches Detail, das bei anderen Modellen oft nervt. Der integrierte Tragegriff unter dem Sattel hilft beim Transport, wenn die Kleinen müde werden.
Die schmalen Reifen sorgen zwar für geringes Gewicht und leichtes Rollen, bieten aber weniger Grip und Dämpfung als breitere Modelle. Für alles außer Asphalt wären breitere Reifen die bessere Wahl. Trotzdem überzeugt das Woom GO 1 durch seine durchdachten Details und den hohen Wiederverkaufswert. Viele Eltern berichten, dass ihre Kinder mit dem Woom schneller Fortschritte machen als mit schwereren Modellen.
Preis: ab 229 Euro
Gewicht: 2,92 Kilogramm
Empfohlene Körpergröße: 82 bis 100 Zentimeter
Besonderheiten: Leichtestes Modell, werkzeuglos einstellbare Bremse, Tragegriff
Puky LR M: Der Preis-Leistungs-Klassiker
Das Puky LR M zählt zu den meistverkauften Laufrädern in Deutschland. Der niedrige Preis von unter 100 Euro macht es für viele Familien zur ersten Wahl. Mit seinem tief gezogenen Stahlrahmen und integrierter Trittfläche finden auch Zweijährige leicht den Einstieg.
Allerdings zeigt sich im Vergleich ein Nachteil: Mit 3,56 Kilogramm liegt das Gewicht deutlich über dem der Konkurrenz, und kleine Kunststoffreifen sorgen für ein nervöses Lenkverhalten. Tests bestätigen, dass die massiven Kunststoffreifen zwar wartungsfrei sind, aber weniger Grip bieten als Luftreifen. Der mitgelieferte Ständer erhöht das Gewicht zusätzlich.
Trotz dieser Kritikpunkte überzeugt die Verarbeitung. Die Schweißnähte sind sauber verarbeitet, scharfe Kanten wurden abgerundet. Bei Amazon erreicht das Modell durchschnittlich 4,8 von 5 Sternen bei über 1000 Bewertungen. Viele Eltern schätzen die Robustheit, die das Laufrad über mehrere Kinder hinweg nutzbar macht.
Preis: ab 69,99 Euro
Gewicht: 3,56 Kilogramm
Empfohlene Körpergröße: 85 bis 110 Zentimeter
Besonderheiten: Günstigster Einstieg, sehr robust, mit Ständer
Puky LR M Classic: Retro-Charme mit Korb
Die Classic-Variante des LR M kostet etwa 110 Euro und bietet mehr als nur eine andere Farbe. Das Retro-Design mit harmonischen Farben und passendem Körbchen ist ein echter Blickfang. Der kleine Korb aus Kunststoffgeflecht kann nicht splittern und bietet Platz für kleine Schätze.
Die Soft-Bereifung fällt extrem leise aus und braucht keine Wartung. Der spezielle Bananensattel unterstützt die kindlichen Laufbewegungen und bietet sicheren Halt. Wie beim Standard-Modell sind Sattel und Lenker stufenlos höhenverstellbar, sodass das Rad mitwächst.
Eltern loben besonders die Langlebigkeit. Die Puky-Laufräder stehen für Qualität und überstehen auch Stürze problemlos. Der etwas höhere Preis rechtfertigt sich durch die durchdachten Details und die Verarbeitungsqualität.
Preis: ab 109,99 Euro
Gewicht: etwa 3,5 Kilogramm
Empfohlene Körpergröße: 85 bis 110 Zentimeter
Besonderheiten: Retro-Design, Korb inklusive, sehr leise
Cube Cubie 120 Walk: Markenqualität mit Extras
Cube überträgt seine Expertise aus dem Mountainbike-Bereich auf Kinderlaufräder. Das Cubie 120 Walk wiegt 3,9 Kilogramm und liegt damit im Mittelfeld. Der Aluminiumrahmen ist auf die Anatomie kleiner Kinder abgestimmt, alle Rohrabschlüsse wurden abgerundet.
Ein cleveres Extra: Cube legt eine zweite Sattelstütze bei, wodurch das Laufrad deutlich länger mitwächst als andere Modelle. Der Lenkeinschlag wurde limitiert, um Unfälle durch zu heftiges Lenken zu vermeiden. Die hochwertigen Luftreifen bieten guten Grip und Rollkomfort.
Ein Kritikpunkt bleibt die fehlende Bremse. Cube verzichtet bewusst darauf, da den Kleinen die nötige Fingerkraft fehlt, doch entsprechend geformte Bremshebel hätten diese Hürde nehmen können. Der Griff am Sattel erleichtert das Tragen, wenn das Kind eine Pause braucht.
Preis: ab 119,99 Euro
Gewicht: 3,9 Kilogramm
Empfohlene Körpergröße: 87 bis 104 Zentimeter
Besonderheiten: Zwei Sattelstützen inklusive, Tragegriff, limitierter Lenkeinschlag
Worauf es beim Laufradkauf wirklich ankommt
Das Gewicht macht den Unterschied
Der Gewichtsunterschied zwischen den Modellen klingt minimal, wirkt sich aber enorm aus. Wenn ein Zweijähriges selbst nur etwa 10 Kilogramm wiegt, ist ein 3,5 Kilogramm schweres Laufrad schon eine ordentliche Last. Leichte Modelle ermöglichen es Kindern, das Rad selbstständig zu wenden, über Hindernisse zu heben und sicher zu manövrieren.
Ein 9 Kilogramm schweres Kind kann ein 2,9 Kilogramm schweres Woom problemlos Treppen hochtragen, während dasselbe Kind mit einem 4,5 Kilogramm schweren Modell umkippt. Diese Erfahrung teilen viele Eltern in Foren und Bewertungen. Auch für Eltern spielt das Gewicht eine Rolle, da sie die Räder häufig tragen müssen.
Luftreifen versus Hartgummireifen
Luftreifen bieten deutlich mehr Komfort und Grip als Kunststoff- oder Hartgummireifen. Sie federn Unebenheiten ab und ermöglichen ein geschmeidiges Fahrgefühl. Der Nachteil: Du musst regelmäßig den Luftdruck kontrollieren und gelegentlich nachpumpen.
Hartgummireifen sind wartungsfrei und können nicht platt werden. Sie übertragen aber Stöße direkt auf den Rahmen und bieten weniger Grip. Auf glatten Böden funktionieren sie gut, im Park oder auf Schotterwegen sind Luftreifen die bessere Wahl.
Brauchen Laufräder eine Bremse?
Die Diskussion um Bremsen an Laufrädern spaltet Eltern und Hersteller. Kleine Kinder haben oft nicht die Kraft und Koordination, eine Handbremse zu bedienen. Sie bremsen intuitiv mit den Füßen. Ab etwa drei Jahren entwickeln viele die nötige Fähigkeit für eine Handbremse.
Mit einer Bremse lernen Kinder bereits den Umgang für das spätere Fahrradfahren, allerdings können besonders junge Kinder anfangs überfordert sein. Modelle wie das Woom bieten werkzeuglos einstellbare Bremshebel, die sich perfekt an kleine Hände anpassen lassen.
Größe und Einstellmöglichkeiten von Laufrädern für Kinder
Die richtige Größe entscheidet über Fahrspaß oder Frust. Dein Kind sollte mit beiden Füßen flach auf dem Boden stehen können, während es sitzt. Die Knie bleiben dabei leicht angewinkelt. Eine zu hohe Sitzposition führt zu Unsicherheit, eine zu niedrige schränkt die Bewegungsfreiheit ein.
Richtwerte für die Auswahl:
| Alter | Schrittlänge | Körpergröße | Empfohlenes Modell |
|---|---|---|---|
| 1,5 bis 3 Jahre | 27 bis 36,5 Zentimeter | 82 bis 100 Zentimeter | Woom GO 1, Puky LR M |
| 2 bis 4 Jahre | 29,5 bis 42 Zentimeter | 85 bis 110 Zentimeter | Puky LR M Classic, Cube Cubie 120 |
Alle vorgestellten Modelle bieten höhenverstellbare Sättel und Lenker. Die Verstellbereiche unterscheiden sich aber: Beim Woom reicht die Sattelhöhe von 26,5 bis 36,5 Zentimetern, beim Puky von 30 bis 40 Zentimetern. Diese Unterschiede bestimmen, wie lange das Rad mit deinem Kind mitwachsen kann.
Sicherheitsmerkmale im Vergleich
Alle getesteten Laufräder erfüllen grundlegende Sicherheitsstandards. Sie tragen CE- und GS-Prüfsiegel, haben abgerundete Kanten und sichere Lenkergriffe. Trotzdem gibt es Unterschiede im Detail.
Lenkeinschlagsbegrenzer verhindern, dass sich der Lenker komplett drehen kann. Woom und Cube setzen auf dieses Feature, Puky verzichtet darauf. Die Begrenzer schützen vor Verletzungen, wenn das Laufrad umfällt oder beim Rangieren der Lenker zu weit eindreht wird.
Lenkerpolster finden sich bei allen Modellen. Sie schützen bei Stürzen zusätzlich. Puky geht noch einen Schritt weiter und hat eine Plastikschale um das Steuerrohr. Allerdings steht diese mit einer kantigen Klemmschelle zum Knie, hier solltest du die Schale um 180 Grad drehen.
Tragegriffe am Sattel haben Woom und Cube integriert. Sie erleichtern den Transport erheblich und sind besonders praktisch, wenn mehrere Kinder gleichzeitig unterwegs sind.
Häufige Anfängerfehler vermeiden
Viele Eltern kaufen das Laufrad zu groß, damit das Kind “hineinwächst”. Das führt zu Frust. Kann dein Kind nicht mit den Füßen sicher aufkommen, verliert es schnell die Freude. Die Körpergröße allein sagt weniger über die passende Laufradgröße aus, als viele Eltern annehmen. Die Schrittlänge ist entscheidend.
Ein weiterer Fehler: die Helmgewöhnung vernachlässigen. Auch auf dem Laufrad sollte dein Kind von Anfang an einen Helm tragen. So wird es zur Selbstverständlichkeit, und später beim Fahrradfahren gibt es keine Diskussionen.
Manche Eltern unterschätzen den Bewegungsradius. Kinder werden auf dem Laufrad schnell und legen größere Strecken zurück als zu Fuß. Bleib in Sichtweite und übe mit deinem Kind das Bremsen mit den Füßen, besonders an Gefällstrecken.
Das richtige Modell für dein Kind
Die Wahl des richtigen Laufrads hängt von mehreren Faktoren ab. Wenn Gewicht und Handling absolute Priorität haben, führt kein Weg am Woom GO 1 vorbei. Es ist das leichteste Modell mit den durchdachtesten Details, kostet aber auch am meisten.
Für Familien mit begrenztem Budget oder mehreren Kindern bietet Puky solide Qualität zu fairen Preisen. Die robusten Modelle halten Jahre und mehrere Generationen aus. Das LR M ist der günstige Einstieg, die Classic-Variante bietet mehr Charme.
Das Cube Cubie 120 Walk positioniert sich als Mittelweg. Es bietet Markenqualität, durchdachte Features wie die zweite Sattelstütze und einen fairen Preis. Für Eltern, die nicht das Premiumsegment wählen möchten, aber trotzdem Qualität erwarten, ist es eine gute Wahl.
Letztlich entscheidet oft das Kind selbst. Lass dein Kind verschiedene Modelle ausprobieren, wenn möglich. Manche kommen mit leichteren Rädern besser zurecht, andere brauchen die Stabilität schwererer Modelle. Die Freude am Fahren ist wichtiger als jedes technische Detail.
Das Laufrad ist mehr als ein Spielzeug. Es fördert die motorische Entwicklung, stärkt das Selbstvertrauen und macht Kinder früh mit dem Verkehr vertraut. Mit dem passenden Modell legst du den Grundstein für sichere und freudvolle Mobilität auf zwei Rädern.









