Negativfederweg
Was ist negativer Federweg?
Negativfederweg, auch mit dem englischen Begriff "Sag bezeichnet, beschreibt den Teil des Federwegs deines Fahrrads, der durch das Gewicht des Fahrers und des Fahrrads bereits während des Stillstands beansprucht wird. Mit anderen Worten, es ist der Federweg, den die Federung komprimiert, wenn du einfach nur auf deinem Mountainbike sitzt.
Die Federung deines Bikes hat zwei Hauptaufgaben:
- Sie soll Unebenheiten im Gelände absorbieren, damit du eine ruhige Fahrt hast.
- Sie soll sicherstellen, dass das Rad in Kontakt mit dem Boden bleibt, um Traktion zu gewährleisten.
Ein korrekt eingestellter Negativfederweg sorgt dafür, dass die Federung bereits im Vorfeld auf kleinere Bodenunebenheiten reagieren kann. Ohne diesen “Reserve-Federweg” würde das Bike vor allem bei Abfahrten oder holprigen Trails weniger zuverlässig reagieren und dir weniger Kontrolle bieten.
Was ist der Negativfederweg bei einem Fahrrad?
Beim Mountainbike bezieht sich der Negativfederweg auf die voreingestellte Position deiner Gabel oder deines Dämpfers, wenn das Fahrrad statisch mit deinem Gewicht belastet wird. Der Begriff wird in Millimetern oder als prozentualer Anteil des gesamten Federwegs angegeben.
Beispiel:
- Hat deine Gabel einen Federweg von 150 mm und dein Negativfederweg beträgt 30 mm, so entspricht das 20 %.
- Dieses Verhältnis (üblicherweise zwischen 20 und 30 %) wird als ideal angesehen und beeinflusst dein Fahrverhalten erheblich.
Negativfederweg sorgt außerdem dafür, dass die Federung deines Bikes nicht nur Stöße nach oben abfängt, sondern auch die Möglichkeit hat, das Rad nach unten „auszufahren“, wenn das Gelände plötzlich absinkt, wie etwa bei Schlaglöchern oder Steilen Abfahrten.
Welcher Federweg ist der beste?
Die Frage, welcher Federweg “der beste” ist, hängt stark von deinem Fahrstil, dem Gelände und deinen persönlichen Vorlieben ab. Hier ist eine Faustregel:
- Cross-Country (XC): 80 bis 120 mm Federweg
- Trail und All-Mountain: 120 bis 160 mm Federweg
- Enduro: 150 bis 180 mm Federweg
- Downhill: 180 bis 220 mm Federweg
Dabei gilt es zu beachten, dass mehr Federweg nicht automatisch besser ist. Viel Federweg sorgt zwar für ein smootheres Gefühl auf extrem anspruchsvollen Trails, macht das Bike aber gleichzeitig träger beim Pedalieren. Weniger Federweg dagegen sorgt für ein leichteres Fahrgefühl und mehr Effizienz im Aufstieg, ist aber bei schnellen, technischen Abfahrten im Nachteil.
Ein optimaler Negativfederweg innerhalb des gewählten Federwegs ist entscheidend, um diese Balance auf die individuellen Bedürfnisse anzupassen.
Warum sollte man das Fahrrad nicht umdrehen?
Vielleicht hast du schon gehört, dass du dein Fahrrad nicht auf den Kopf stellen sollst, wenn du daran arbeitest. Aber warum eigentlich?
Bei Mountainbikes liegt der Grund oft in den hydraulischen Systemen der Bremsen und der Federung. Drehst du dein Fahrrad um, können kleine Luftblasen in die hydraulischen Leitungen gelangen und die Bremskraft verringern. Besonders bei modernen Federungssystemen kann das Umkehren zu einer falschen Ölverteilung führen, was die allgemeine Leistung der Dämpfung beeinträchtigen könnte.
Wenn du also kleinere Reparaturen durchführst oder dein Bike reinigst, versuche, es in einer aufrechten Position zu halten oder es in einem Fahrradständer zu fixieren.
Wie stelle ich die Federung meines Fahrrads richtig ein?
Die richtige Einstellung des Negativfederwegs ist einer der wichtigsten Schritte, um deine Federung perfekt auf dich abzustimmen. So gehst du dabei vor:
Schritt 1: Das Bike vorbereiten
- Stelle dein Fahrrad auf eine ebene Fläche.
- Halte dich an einer Wand oder einem Freund fest, damit das Bike stabil bleibt.
Schritt 2: Dein Gewicht festlegen
- Trage die Kleidung und das Gepäck, das du auch während der Fahrt nutzen wirst (inkl. Rucksack oder Trinkblase).
- Setze dich vorsichtig auf das Bike und bringe es in deine normale Fahrposition.
Schritt 3: Den Negativfederweg messen
- Markiere mit einem Gummiring (oder Klebeband) die momentane Position der Gabel oder des Dämpfers.
- Steig vorsichtig vom Bike ab, sodass die Suspension nicht weiter komprimiert wird.
- Miss den Abstand zwischen der Markierung und der ursprünglichen Position in Millimetern.
Schritt 4: Anpassungen vornehmen
Wenn der Wert zu hoch oder zu niedrig ist, passe den Luftdruck des Dämpfers oder der Gabel entsprechend an.
- Mehr Luftdruck: Reduziert den Negativfederweg.
- Weniger Luftdruck: Erhöht den Negativfederweg.
Wiederhole diesen Vorgang, bis der Negativfederweg 20 bis 30 % des gesamten Federwegs ausmacht.
Tipp
Vergiss nicht, nach der Einstellung auch die Druckstufe und Zugstufe (Rebound und Compression) zu beachten, um das Verhalten der Federung noch besser auf dein bevorzugtes Terrain abzustimmen.